Versicherungen im Ruhestand: Wichtige Informationen für Senioren

Ruhestand geniessen

Den Ruhestand genießen – mit dem richtigen Versicherungsschutz auch sorgenlos.

Der Eintritt in den Ruhestand bringt viele Veränderungen mit sich. Besonders das hohe Maß an freier Zeit erweist sich als großer Vorteil gegenüber dem Berufsleben. Damit diese neugewonnene Freizeit jedoch sorglos genutzt werden kann, ist es wichtig, bestimmte Versicherungen abzuschließen und bereits laufende dem neuen Lebensabschnitt anzupassen.

Anpassung bereits abgeschlossener Versicherungen

In den meisten Fällen liegt die monatliche Rente deutlich unter dem zuvor erhaltenen Gehalt. Deshalb ist es wichtig, abgeschlossene Versicherungen in Hinblick auf Tarif und Notwendigkeit sorgfältig zu überprüfen:

  • Krankenversicherung: Da bei Senioren das Krankentagegeld entfällt, sieht der entsprechende Tarif einen geringeren Beitragssatz vor. Bei gesetzlichen Krankenversicherungen wird diese Umstufung automatisch vorgenommen, bei privaten muss das Krankentagegeld hingegen vom Versicherten erst ausgeschlossen werden. Sollte Beihilfeanspruch bestehen, erhöht sich dieser zudem mit der Pensionierung auf 70%.
  • Privathaftpflichtversicherung: Viele Versicherungsunternehmen bieten sogenannte Seniorentarife an. Diese gelten in der Regel ab dem 60. Lebensjahr und stellen im Vergleich zu den herkömmlichen Policen häufig eine Ersparnis dar. Gleiches gilt für Tierhaftpflichtversicherungen.
  • Unfallversicherung: Herkömmliche Unfallversicherungen bieten ab einem bestimmten Alter des Versicherten bei unfallbedingter Invalidität keine Kapitalleistungen mehr an. Es empfiehlt sich daher, in einen speziellen Seniorentarif zu wechseln. Diese sehen unabhängig vom Alter Kapitalzahlungen vor die z.B. für Anschaffungen und Umbauten sowie Hilfeleistungen genutzt werden können.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Eine Berufsunfähigkeit während des Ruhestands ist im Normalfall nicht möglich. Noch bestehende Berufsunfähigkeitsversicherungen können also gekündigt werden.
  • KFZ-Versicherung: Die Höhe der Beiträge einer KFZ-Versicherung wird u. a. durch die jährliche Fahrleistung bestimmt. Fallen mit der Pensionierung die Fahrtwege zur Arbeitsstelle weg, sinkt diese in den meisten Fällen erheblich. Betroffene sollten daher die im Vertrag angegebene Fahrleistung überprüfen und gegebenenfalls ändern.
  • Hausrat- und Wohngebäudeversicherung: Bleibt die Wohnsituation weiterhin bestehen, muss diese Versicherung in der Regel nicht verändert werden.
  • Rechtsschutzversicherung: Viele Rechtsschutzversicherungen verfügen ebenfalls über die Option eines kostengünstigeren Seniorentarifs. Zudem sollte bedacht werden, dass nach der Pensionierung der Baustein des Berufs-Rechtsschutzes nicht mehr benötigt wird und deswegen aus dem Vertrag ausgeschlossen werden kann.

Neue Versicherungen für einen neuen Lebensabschnitt

Neben der Anpassung des bereits vorhandenen Versicherungsschutzes sollten sich Senioren ebenso mit dem Abschluss neuer, für diesen Lebensabschnitt relevanter Versicherungen auseinandersetzen:

  • Anhebung des Gesamtrentenniveaus: Wer bereits Rente bezieht, kann diese durch die Einzahlung eines Einmalbeitrags anheben. Wer noch lange lebt, erzielt dabei sogar einen Gewinn. Der nicht ausgezahlte Anteil kann im Todesfall auf die Hinterbliebenen umgeschrieben werden.
  • Pflegeergänzung: Bei Pflegebedürftigkeit handelt es sich hauptsächlich um eine Erscheinung des Alters. Je nach Grad der Pflegebedürftigkeit können die dadurch entstehenden Kosten monatlich bis zu 2000 Euro betragen. Ohne eine entsprechende Versicherung sind diese selbstständig bzw. von den Angehörigen zu tragen. Es ist also wichtig, dahingehend rechtzeitig vorzusorgen.
  • Sterbegeldversicherung: Der Tod eines nahestehenden Menschen stellt für die Angehörigen nicht nur eine psychische Belastung dar, sondern ebenso eine finanzielle. Schließlich müssen bereits für die Bestattung mindestens 5000 Euro aufgebracht werden. Mit dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung können Hinterbliebenen diese Kosten erspart werden. Zudem können Sterbegeldversicherungen eine Möglichkeit sein, wirtschaftlich abhängige Personen abzusichern, wenn eine Risikolebensversicherung aufgrund des Alters oder gesundheitlicher Probleme nicht gewährt wird.

Im Alter für Angehörige vorsorgen

Der Ruhestand bietet eine einmalige Gelegenheit, sich endlich alle kleinen und größeren Träume zu erfüllen. Bleibt am Ende immer noch ausreichend Kapital übrig, kann dieses im Sinne nahe stehender Menschen angelegt werden. Vor allem die finanzielle Absicherung der Enkelkinder ist bei vielen Senioren sehr beliebt:

  • Ausbildungs- oder Aussteuerversicherung: Die Ausbildungsversicherung ist die am weitesten verbreitete Form der Kinderabsicherung. Die Auszahlung erfolgt zu einem zuvor festgelegten Zeitpunkt. Sollte der Versicherungsnehmer vorher versterben, übernimmt die Versicherung die ausstehenden Beitragszahlungen.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Personen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, können gegen Berufsunfähigkeit versichert werden. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass mittlerweile jeder vierte Erwerbstätige von Berufsunfähigkeit betroffen ist, erweist sich diese Versicherung als sinnvolles Geschenk. Zudem bieten viele Versicherungsunternehmen Berufsunfähigkeitsversicherungen gegen Einmalbeiträge an.
  • Kombinationsprodukte: Wer sich nicht auf eine konkrete Versicherung festlegen möchte, hat die Möglichkeit, sogenannte Kombinationsprodukte zu verschenken. Diese zielen darauf ab, möglichst viele verschiedene Probleme in der Absicherung von Kindern bzw. Enkelkindern zu gewährleisten. In den meisten Fällen werden dabei eine Rentenversicherung, Krankenzusatzversicherung, Kinderunfallversicherung sowie eine Anwartschaft für eine Berufsunfähigkeitsversicherung angeboten.

© Rosel Eckstein / pixelio.de