sterbegeldVersicherung Ohne Gesundheitsfragen
Vorsorgen ohne Gesundheitsprüfung – auch bei Vorerkrankungen

Eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen ermöglicht die finanzielle Vorsorge für die eigene Bestattung, ohne dass beim Antrag Fragen zu Krankheiten, Behandlungen oder zum Gesundheitszustand beantwortet werden müssen.

Wichtig: Keine Gesundheitsfragen bedeuten nicht automatisch, dass ab dem ersten Tag die volle Versicherungssumme zur Verfügung steht.

Viele Versicherer verbinden den Verzicht auf Gesundheitsfragen mit einer Wartezeit. Je nach Anbieter und Tarif kann diese beispielsweise 6, 12, 18, 24 oder 36 Monate betragen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gesundheitsfragen: Keine
  • Vorerkrankungen: Keine klassische Gesundheitsprüfung
  • Wartezeit: Je nach Tarif unterschiedlich
  • Leistung während der Wartezeit: Je nach Tarif z. B. Beitragsrückzahlung oder gestaffelte Leistung
  • Unfalltod: Bei den verglichenen Tarifen Wartezeiterlass
  • Versicherungssumme: Tarifabhängig
  • Einmalbeitrag: Bei verschiedenen Versicherern möglich
  • Wichtig beim Vergleich: Nicht nur Beitrag, sondern Wartezeit und Leistungen vergleichen

Was bedeutet „Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen“?

Bei vielen Lebensversicherungen prüft der Versicherer vor Vertragsabschluss den Gesundheitszustand. Antragsteller müssen beispielsweise Angaben zu Erkrankungen, Behandlungen, Operationen oder Medikamenten machen.

Bei einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen entfällt diese klassische Gesundheitsprüfung. Das vereinfacht den Abschluss und macht entsprechende Tarife auch für Menschen interessant, die aufgrund bestehender oder zurückliegender Erkrankungen eine Vorsorgelösung suchen.

Allerdings verzichten die Versicherer nicht einfach auf jede Risikobegrenzung. Statt einer individuellen Gesundheitsprüfung wird bei vielen Tarifen eine Wartezeit vereinbart.

Keine Gesundheitsfragen → Vertragsbeginn → Wartezeit → volle Todesfallleistung

Wie lang diese Wartezeit dauert und welche Leistung währenddessen besteht, ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich.

Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen: Anbieter unterscheiden sich deutlich

Obwohl verschiedene Gesellschaften auf Gesundheitsfragen verzichten, unterscheiden sich ihre Tarife bei Wartezeit, Eintrittsalter, Versicherungssumme und Leistung während der Wartezeit.

Beispiele für Unterschiede zwischen Versicherern

Versicherer / TarifEintrittsalterVersicherungssummeWartezeitLeistung bei natürlichem Tod während der Wartezeit
Allianz BestattungsSchutzbriefab 35 J.3.000–20.000 €12 MonateErstattung der eingezahlten Beiträge
BarmeniaGothaer Sterbegeldversicherungab 18 J.5.000–15.000 €24 MonateErstattung der eingezahlten Beiträge
Continentale Sterbegeldversicherungab 40 J.2.500–20.000 €36 MonateErstattung der eingezahlten Beiträge
DELA sorgenfrei Lebenab 18 J.3.000–20.000 €24 Monate*80 % der eingezahlten Beiträge
Die Bayerische Sterbegeldab 40 J.1.000–12.500 €12–36 Monate**Erstattung der eingezahlten Beiträge
Hannoversche Sterbegeldab 40 J.3.000–25.000 €12–36 Monate, wählbarErstattung der eingezahlten Beiträge
HanseMerkur Senior Careab 40 J.bis 20.000 €36 MonateErstattung der eingezahlten Beiträge
IDEAL SterbeGeldab 40 J.2.000–15.000 €18 MonateGestaffelte Leistung nach anfänglicher Beitragsrückzahlung
InterRisk AK12SGab 50 J.3.000–15.000 €12 MonateErstattung der eingezahlten Beiträge
LV 1871 / Delta Direkt Comfortab 40 J.1.500–12.500 €6 MonateTarifabhängige Leistungsstaffel
Stuttgarter BestattungsVorsorgeab 18 J.2.500–20.000 €18 Monate*Gestaffelte Leistung
VPV Sterbegeldversicherungab 18 J.2.000–20.000 €bis 36 Monate**Tarifabhängig

* Unter bestimmten Voraussetzungen bzw. bei abweichender Zahlungsweise gelten andere Regelungen.
** Abhängig von Eintrittsalter bzw. gewählter Tarifgestaltung. Tarifangaben gemäß Leistungsvergleich, Stand 02.10.2026. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Versicherungs- und Tarifbedingungen.

„Ohne Gesundheitsfragen“ ist kein ausreichendes Vergleichskriterium.

Ein Tarif kann beispielsweise eine kurze Wartezeit haben, dafür aber eine andere Leistungsregelung während dieser Zeit. Ein anderer Tarif hat eine längere Wartezeit, bietet dafür andere Versicherungssummen oder Gestaltungsmöglichkeiten.

Wie lange ist die Wartezeit ohne Gesundheitsprüfung?

Eine einheitliche Wartezeit gibt es nicht. Je nach Versicherer und Tarif sind beispielsweise 6, 12, 18, 24 oder 36 Monate möglich. Hinzu kommen altersabhängige Modelle.

Beispiel: Die Bayerische

EintrittsalterWartezeit
40 bis 49 Jahre36 Monate
50 bis 59 Jahre24 Monate
ab 60 Jahre12 Monate
Einmalbeitrag6 Monate

Bei einem natürlichen Tod innerhalb der Wartezeit werden die eingezahlten Beiträge erstattet. Bei Unfalltod gelten andere Leistungsregelungen.

Die Aussage „Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsfragen haben drei Jahre Wartezeit“ wäre deshalb zu pauschal.

Was passiert, wenn ich während der Wartezeit sterbe?

Eine Wartezeit bedeutet nicht automatisch, dass überhaupt keine Leistung erfolgt. Hier gibt es grundsätzlich unterschiedliche Tarifmodelle.

Rückzahlung der Beiträge

Bei vielen Sterbegeldversicherungen werden bei einem natürlichen Tod während der Wartezeit die bis dahin gezahlten Beiträge zurückerstattet. Die vereinbarte Versicherungssumme wird in diesem Fall jedoch noch nicht vollständig ausgezahlt.

Gestaffelte Todesfallleistung

Andere Versicherer arbeiten mit einer Leistungsstaffel. Ein mögliches Modell sieht zunächst eine Beitragsrückzahlung und anschließend eine schrittweise steigende Todesfallleistung vor.

Zeitpunkt des TodesLeistung
1.–9. Monateingezahlte Beiträge
10.–12. Monat25 % der Versicherungssumme
13.–15. Monat50 %
16.–18. Monat75 %
ab 19. Monat100 %

Entscheidend ist nicht nur: „Wie lange dauert die Wartezeit?“, sondern auch: „Was erhalten meine Angehörigen, wenn ich innerhalb der Wartezeit versterbe?“

Was gilt bei Unfalltod?

Bei Unfalltod gelten häufig günstigere Regelungen. Bei den verglichenen Sterbegeldversicherungen ist ein Wartezeiterlass bei Unfalltod vorgesehen. Das bedeutet vereinfacht: Verstirbt die versicherte Person durch einen versicherten Unfall, muss nicht erst die normale Wartezeit abgelaufen sein.

Einige Tarife gehen noch weiter. Je nach Tarif kann bei Unfalltod beispielsweise die doppelte Versicherungssumme vorgesehen sein. Welche Ereignisse als Unfall gelten und welche Ausschlüsse bestehen, richtet sich immer nach den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Tarifs.

Sterbegeldversicherung trotz Vorerkrankungen

Einer der häufigsten Gründe für die Suche nach einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen sind bereits bestehende Erkrankungen. Dazu können beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Erkrankungen, psychische Erkrankungen oder andere gesundheitliche Einschränkungen gehören.

Wer einen Tarif wählt, der tatsächlich keine Gesundheitsfragen stellt, muss diese Erkrankungen nicht im Rahmen einer klassischen Gesundheitsprüfung angeben.

Trotzdem sollte genau auf die Annahmebedingungen geachtet werden. „Keine Gesundheitsfragen“ bedeutet nicht zwangsläufig, dass überhaupt keine weiteren Voraussetzungen oder Einschränkungen bestehen.

Ohne Gesundheitsfragen oder mit Gesundheitsprüfung – was ist der Unterschied?

Ohne GesundheitsfragenMit Gesundheitsprüfung/-erklärung
Keine klassische Abfrage von ErkrankungenGesundheitsangaben erforderlich
Gesundheitszustand wird nicht individuell über Gesundheitsfragen geprüftGesundheitszustand kann Einfluss auf die Annahme haben
Häufig WartezeitWartezeit kann je nach Tarif entfallen
Einfacherer AntragUmfangreicherer Antrag möglich
Auch bei Vorerkrankungen interessantAbhängig vom individuellen Gesundheitszustand
Leistung während der Wartezeit besonders wichtigVoller Schutz kann je nach Tarif früher beginnen

Es gibt Tarife, bei denen zwischen einem Abschluss ohne Gesundheitserklärung mit Wartezeit und einer Gesundheitserklärung ohne Wartezeit gewählt werden kann.

Folgende Grafik stellt den Prozess zum Abschluss einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen visuell dar und erläutert die Vorteile:

Infografik zur Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen mit Informationen zum einfachen Abschluss, möglichen Wartezeiten, Leistungen und Vorteilen für Personen mit Vorerkrankungen.

Gibt es eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit?

Die Begriffe werden häufig miteinander vermischt. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Merkmale. Ohne Gesundheitsfragen bedeutet, dass beim Antrag keine klassische Gesundheitsprüfung durchgeführt wird. Ohne Wartezeit bedeutet, dass der vertraglich vereinbarte Todesfallschutz nach den Tarifbedingungen ohne die sonst übliche Wartephase beginnt.

Eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen hat deshalb nicht automatisch keine Wartezeit. Wer möglichst schnell den vollen Versicherungsschutz benötigt, sollte gezielt die Wartezeiten und Leistungsstaffeln vergleichen.

Was kostet eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen?

Die Kosten lassen sich nicht pauschal mit einem Monatsbeitrag beantworten. Entscheidend sind vor allem Eintrittsalter, Versicherungssumme, Beitragszahlungsdauer und gewählter Tarif.

Deshalb sollte man bei Angeboten mit Aussagen wie „schon ab X Euro im Monat“ genauer hinsehen. Ein niedriger Monatsbeitrag bedeutet nicht zwangsläufig niedrigere Gesamtkosten.

Für einen vernünftigen Vergleich gehören deshalb Monatsbeitrag und Beitragszahlungsdauer zusammen betrachtet.

Welche Versicherungssumme kann ich wählen?

Die möglichen Versicherungssummen unterscheiden sich erheblich. Im Tarifvergleich reichen die Mindestversicherungssummen beispielsweise von 1.000 Euro bis 5.000 Euro. Bei den Höchstversicherungssummen sind je nach Tarif Beträge bis 25.000 Euro möglich.

Die höchste mögliche Versicherungssumme muss aber nicht automatisch die richtige sein. Entscheidend ist, welche Kosten abgesichert werden sollen und welche finanzielle Vorsorge bereits vorhanden ist.

Worauf sollte ich beim Vergleich besonders achten?

Eine gute Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen sollte nicht anhand eines einzelnen Merkmals ausgewählt werden. Für einen aussagekräftigen Vergleich betrachten wir insbesondere Wartezeit, Leistung während der Wartezeit, Unfalltodregelung, mögliche Versicherungssumme, Eintrittsalter, Beitragszahlungsdauer, Einmalbeitrag und Zusatzleistungen.

Unser Rat: Vergleichen Sie nicht nur „mit oder ohne Gesundheitsfragen“. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Beitrag + Wartezeit + Leistung während der Wartezeit + Beitragsdauer + Versicherungssumme.

Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen vergleichen

Bei einer Sterbegeldversicherung geht es um eine langfristige Entscheidung. Deshalb reicht es nicht, lediglich den günstigsten Monatsbeitrag herauszusuchen.

Als Versicherungsmakler können wir Angebote verschiedener Versicherungsgesellschaften miteinander vergleichen.

  • Wie lange ist die Wartezeit?
  • Welche Leistung besteht während der Wartezeit?
  • Was wird bei Unfalltod gezahlt?
  • Welche Versicherungssumme ist möglich?
  • Wie lange werden Beiträge gezahlt?
  • Welche zusätzlichen Leistungen bietet der Tarif?

So können Sie die Unterschiede nachvollziehen und entscheiden, welche Absicherung zu Ihren Vorstellungen passt.

Kontaktieren Sie mich gern:

Häufige Fragen

Ja. Zahlreiche Versicherer bieten Sterbegeldtarife an, bei denen beim Abschluss keine Gesundheitsfragen gestellt werden.

Bei einem Tarif ohne Gesundheitsfragen findet keine klassische individuelle Gesundheitsprüfung anhand von Erkrankungen statt. Die jeweiligen Annahme- und Tarifbedingungen (wie Eintrittsalter, Wartezeiten usw.) müssen dennoch berücksichtigt werden.

Je nach Tarif kann sie beispielsweise 6, 12, 18, 24 oder 36 Monate betragen. Teilweise richtet sich die Wartezeit nach dem Eintrittsalter oder der Zahlungsweise.

Nicht zwingend. Bei vielen Tarifen werden bei natürlichem Tod zumindest die eingezahlten Beiträge erstattet. Andere Versicherer sehen nach einer bestimmten Zeit bereits eine anteilige Versicherungssumme vor.

Bei den verglichenen Tarifen ist ein Wartezeiterlass bei Unfalltod vorgesehen. Die konkrete Leistung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif und dessen Unfallbegriff.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Merkmale sollten zusammen mit der Leistung während der Wartezeit, Versicherungssumme und Beitragszahlungsdauer betrachtet werden.

Bei verschiedenen Versicherern ist ein Einmalbeitrag möglich. Teilweise verkürzt sich dadurch auch die Wartezeit. Andere Tarife bieten keinen Einmalbeitrag an.

Das Höchsteintrittsalter unterscheidet sich erheblich. Je nach Anbieter, Tarif und Zahlungsweise sind Abschlüsse teilweise bis zu einem hohen Eintrittsalter möglich.