Prüfen Sie Ihre Möglichkeiten
Berufs­unfähigkeits­versicherung trotz Vorerkrankungen

Eine Vorerkrankung bedeutet nicht automatisch, dass Sie keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen können. Ob und zu welchen Konditionen Versicherungsschutz möglich ist, hängt unter anderem von der Art der Erkrankung, dem Verlauf, der Behandlung, dem Zeitpunkt der letzten Beschwerden und den Gesundheitsfragen des jeweiligen Versicherers ab.

Dabei können Versicherer dieselbe Vorerkrankung unserer Erfahrung nach unterschiedlich beurteilen. Genau deshalb sollte bei relevanten Vorerkrankungen nicht vorschnell ein regulärer Antrag bei einem Versicherer gestellt werden.

Ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung trotz Vorerkrankungen möglich?

Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen Ihre gesundheitliche Situation, bereiten die erforderlichen Angaben auf und können – wenn sinnvoll – bei verschiedenen Versicherern eine anonymisierte Risikovoranfrage durchführen.

So lässt sich häufig bereits vor einer Antragstellung herausfinden, welche Versicherer für Ihre persönliche Situation infrage kommen und mit welchen Konditionen zu rechnen ist.

Kontaktieren Sie mich gern:

Welche Vorerkrankungen können beim Abschluss einer BU relevant sein?

Grundsätzlich müssen die Gesundheitsfragen des jeweiligen Versicherers vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Dabei können beispielsweise Erkrankungen, Beschwerden, Untersuchungen oder Behandlungen aus folgenden Bereichen relevant sein:

Psyche

Psychische Erkrankungen und deren Behandlungen spielen bei der Risikoprüfung einer Berufsunfähigkeitsversicherung häufig eine wichtige Rolle.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Depressionen
  • Burn-out
  • Angststörungen
  • ADHS
  • Anpassungsstörungen
  • psychosomatische Beschwerden
  • Erschöpfungszustände

Rücken und Bewegungsapparat

Auch Rücken-, Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden werden bei einem Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung genauer geprüft.

Beispiele sind:

  • Rückenschmerzen
  • Bandscheibenvorfall
  • Skoliose
  • Bandscheibenvorwölbungen
  • Kniebeschwerden
  • Schulterbeschwerden
  • Arthrose
  • Physiotherapie
  • orthopädische Behandlungen

Entscheidend kann dabei unter anderem sein, wie häufig Beschwerden aufgetreten sind, welche Diagnose gestellt wurde, ob Behandlungen durchgeführt wurden und ob aktuell Beschwerdefreiheit besteht.

Stoffwechsel und innere Erkrankungen

Auch chronische oder längerfristig behandelte Erkrankungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine BU nicht mehr möglich ist.

Hierzu gehören beispielsweise:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Diabetes
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Asthma
  • Allergien
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Übergewicht

Welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Versicherbarkeit hat, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Neben der Diagnose können beispielsweise aktuelle Werte, Medikamente, Krankheitsverlauf, Folgeerkrankungen und ärztliche Kontrolluntersuchungen eine Rolle spielen.

Was passiert, wenn ich eine Vorerkrankung angebe?

Eine häufige Sorge lautet: „Wenn ich eine Vorerkrankung angebe, werde ich automatisch abgelehnt.“ Das ist so pauschal nicht richtig. Denn je nach gesundheitlicher Situation und Versicherer sind unterschiedliche Entscheidungen möglich, und zwar:

Der gewünschte Versicherungsschutz kann ohne Einschränkungen und ohne zusätzlichen Beitrag angeboten werden.

Der Versicherer bietet den vollständigen Versicherungsschutz an, verlangt aufgrund des erhöhten Risikos jedoch einen höheren Beitrag.

Bestimmte Erkrankungen oder gesundheitliche Bereiche können vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden. Ob ein solcher Ausschluss sinnvoll und akzeptabel ist, sollte genau geprüft werden.

Der Versicherer möchte zunächst einen bestimmten Zeitraum abwarten, bevor eine erneute Prüfung möglich ist. Das kann beispielsweise nach einer kürzlich abgeschlossenen Behandlung vorkommen.

Ein Versicherer kann den Antrag beziehungsweise die Voranfrage ablehnen. Eine Ablehnung eines einzelnen Versicherers bedeutet jedoch nicht automatisch, dass kein anderer Versicherer Versicherungsschutz anbieten würde.

Warum verschiedene Versicherer zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können

Ein wichtiger Punkt bei Vorerkrankungen: Versicherer bewerten gesundheitliche Risiken nicht zwingend identisch.

Versicherer unterscheiden sich beispielsweise hinsichtlich:

  • Ihrer Gesundheitsfragen im Antrag
  • der abgefragten Zeiträume im Antrag
  • interner Annahmerichtlinien
  • der Bewertung bestimmter Erkrankungen
  • möglicher Risikozuschläge
  • möglicher Leistungsausschlüsse bzw. deren Formulierung

Deshalb kann es passieren, dass Versicherer A einen Antrag ablehnen würde, während Versicherer B Versicherungsschutz mit einem Zuschlag anbietet und Versicherer C unter bestimmten Voraussetzungen sogar eine normale Annahme ermöglicht.

Genau hier liegt unserer Erfahrung nach ein wesentlicher Vorteil einer sorgfältig vorbereiteten Risikovoranfrage.

Schnell erklärt:
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?

Bei einer anonymisierten Risikovoranfrage wird Ihre gesundheitliche Situation zunächst bei ausgewählten Versicherern zur Einschätzung vorgelegt, ohne direkt einen verbindlichen Versicherungsantrag zu stellen. Die Versicherer erhalten die für die Risikoprüfung erforderlichen Angaben, jedoch keine unmittelbar personenbezogenen Daten wie Name oder Anschrift.

Auf Grundlage der übermittelten Informationen können die Versicherer eine erste Einschätzung abgeben, beispielsweise:

  • Normalannahme
  • Annahme mit Risikozuschlag
  • Annahme mit Leistungsausschluss
  • Zurückstellung
  • Ablehnung

Anschließend können die Ergebnisse miteinander verglichen werden. Nicht jeder Versicherer nimmt denselben Zuschlag, nicht jeder Versicherer formuliert einen Leistungsausschluss gleich. Erst danach wird entschieden, ob und bei welchem Versicherer ein regulärer Antrag sinnvoll ist.

Warum sollte ich nicht einfach mehrere BU-Anträge stellen?

Wer Vorerkrankungen hat, sollte nicht nach dem Prinzip vorgehen: „Ich stelle einfach bei fünf Versicherern einen Antrag und schaue, wer mich nimmt.“ Ein regulärer Antrag ist etwas anderes als eine unverbindliche Risikovoranfrage.

Sollte ein Antrag abgelehnt oder nur gegen Erschwernis angenommen werden, kann dies zu einem Eintrag in der Sonderwagnisdatei der Versicherer führen. Ebenso ist bei einem Antrag bei einem anderen Versicherer in der Regel eine Angabe zu einem abgelehnten Antrag oder nur zu erschwerten Bedingungen angenommenen Antrag anzugeben. Dies kann auch für manchen gewünschten Versicherungsschutz zu einem KO-Kriterium werden.

Deshalb ist es häufig sinnvoller, die gesundheitliche Situation zunächst strukturiert aufzubereiten und die Versicherbarkeit vor einer regulären Antragstellung zu prüfen – wie wir es anbieten.

Gesundheitsfragen richtig beantworten

Die Gesundheitsfragen gehören zu den wichtigsten Punkten beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sollten vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Das Problem: Nicht jeder Versicherte weiß noch genau, wegen welcher Diagnose er vor einigen Jahren beim Arzt war oder welche Diagnose ein Arzt gegenüber der Krankenkasse abgerechnet hat. Deshalb kann es – abhängig von der persönlichen Situation – sinnvoll sein, vor Abschluss einer BU die eigene Gesundheitshistorie aufzuarbeiten.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Patientenakte beim Arzt
  • Patientenquittung beziehungsweise Leistungsübersicht der gesetzlichen Krankenkasse
  • Arztberichte
  • Befundberichte
  • Entlassungsberichte
  • Medikamentenübersichten

Dabei gilt allerdings nicht automatisch: „Je mehr Unterlagen, desto besser.“ Entscheidend ist, die Gesundheitsfragen des jeweiligen Versicherers korrekt zu beantworten und erforderliche Informationen verständlich aufzubereiten. Wir filtern die Daten entsprechend.

Diagnose in der Patientenquittung – aber ich war gar nicht krank?

Auch das erleben wir in der Beratungspraxis. In Unterlagen können Diagnosen auftauchen, an die sich Versicherte nicht erinnern oder die möglicherweise lediglich als Verdachts-, Abrechnungs- oder Ausschlussdiagnose dokumentiert wurden.

Solche Einträge sollten nicht einfach ignoriert werden. Stattdessen sollte zunächst geklärt werden:

  • Was wurde tatsächlich diagnostiziert?
  • Wann wurde die Diagnose gestellt?
  • Welche Beschwerden bestanden?
  • Welche Untersuchungen wurden durchgeführt?
  • Gab es eine Behandlung?
  • Ist die Erkrankung abgeschlossen?

Je nach Situation kann eine ärztliche Stellungnahme helfen, den tatsächlichen Sachverhalt für die Risikoprüfung nachvollziehbar darzustellen oder zu korrigieren.

Vielfach bewährt:
So gehen wir bei einer BU mit Vorerkrankungen vor

Zunächst betrachten wir unter anderem Ihren Beruf, Ihr Alter, die gewünschte BU-Rente und Ihre gesundheitliche Vorgeschichte und die Ausübung risikoreicher Hoobys.

Gemeinsam klären wir, welche Angaben für die Gesundheitsfragen relevant sind und welche Unterlagen gegebenenfalls benötigt werden.

Nicht jede Anfrage muss an jeden Versicherer geschickt werden. Wir prüfen, welche Gesellschaften und Tarife grundsätzlich zu Ihrem Absicherungswunsch und Ihrer persönlichen Situation passen könnten.

Wenn eine Risikovoranfrage sinnvoll ist, reichen wir die aufbereiteten Gesundheitsangaben anonymisiert bei ausgewählten Versicherern ein. Wir prüfen, ob es Sonderaktionen gibt und wo Sie ggf. manche Angaben aufgrund der verkürzen Antragsfragen nicht machen müssen. Mehr dazu hier: der Schnittker-Weg zur BU

Anschließend vergleichen wir nicht nur den Beitrag. Wir betrachten auch:

  • Annahmeentscheidung
  • mögliche Risikozuschläge
  • mögliche Leistungsausschlüsse
  • Versicherungsbedingungen
  • Nachversicherungsmöglichkeiten
  • weitere für Ihre Situation relevante Tarifmerkmale

Die Ergebnisse stellen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Wenn eine passende Lösung gefunden wurde, kann der eigentliche Antrag mit unserer Unterstützung beim ausgewählten Versicherer gestellt werden.

Unser Vorgehen anhand realer Beispiele:
Beispiele aus unserer Beratungspraxis

Vorerkrankungen sind sehr individuell. Deshalb helfen reale Fälle häufig mehr als pauschale Aussagen. Hier zwei Beispiele dazu aus unserer täglichen Praxis:

Assistenzärztin mit Skoliose und Wirbelsäulenbeschwerden

Eine 26-jährige Assistenzärztin wollte eine Berufsunfähigkeitsrente von 2.000 Euro absichern. Aufgrund einer Skoliose und weiterer gesundheitlicher Angaben musste die Versicherbarkeit genauer geprüft werden.

Datenanalystin mit Asthma und Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer 27-jährigen Junior-Datenanalystin bestanden unter anderem Asthma und eine Schilddrüsenunterfunktion. Gewünscht war eine Berufsunfähigkeitsabsicherung bis zum 67. Lebensjahr.

Ihr Fall ist anders?

Genau das ist bei Vorerkrankungen meistens der Fall. Zwei Menschen mit derselben Diagnose können aufgrund des Krankheitsverlaufs, der Behandlung, des Berufs und weiterer Faktoren völlig unterschiedlich beurteilt werden.

Deshalb prüfen wir Ihre Situation individuell und geben Empfehlungen, auf welche Weise Sie zu der für Sie besten BU-Absicherung gelangen können.

Wann lohnt sich eine Prüfung der persönliche Situation besonders?

Eine individuelle Prüfung ist insbesondere sinnvoll, wenn Sie beispielsweise:

  • in den vergangenen Jahren in psychotherapeutischer Behandlung waren,
  • regelmäßig Medikamente einnehmen,
  • chronische Erkrankungen haben,
  • wiederkehrende Rücken- oder Gelenkbeschwerden hatten,
  • bereits operiert wurden,
  • längere Zeit krankgeschrieben waren,
  • mehrere Vorerkrankungen gleichzeitig haben,
  • bereits einen BU-Antrag gestellt haben,
  • schon einmal abgelehnt wurden,
  • einen Risikozuschlag angeboten bekommen haben oder
  • einen Leistungsausschluss vermeiden beziehungsweise vergleichen möchten.

FAQ:
Häufig gestellte Fragen & Antworten zur BU-Versicherung

Grundsätzlich ja. Ob und zu welchen Konditionen Versicherungsschutz möglich ist, hängt von der jeweiligen Erkrankung, dem Verlauf, den Gesundheitsfragen und der Risikoprüfung des Versicherers ab. Eine Vorerkrankung führt daher nicht automatisch zu einer Ablehnung.

Maßgeblich sind die konkreten Gesundheitsfragen des Versicherers. Diese müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Welche Erkrankungen und Behandlungen angegeben werden müssen, hängt deshalb unter anderem von der Formulierung und dem abgefragten Zeitraum ab.

Das lässt sich nicht pauschal für alle Versicherer beantworten. Gesundheitsfragen und Abfragezeiträume unterscheiden sich zwischen Gesellschaften und teilweise auch zwischen verschiedenen Abschlusswegen.

Eine frühere Psychotherapie bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung dauerhaft ausgeschlossen ist. Für die Bewertung können unter anderem Anlass, Diagnose, Dauer und Ende der Behandlung, der weitere Verlauf sowie aktuelle Beschwerden relevant sein. Da Versicherer Antragsfragen zeitlich befristen, ist zu prüfen, ob eine Behandlung eventuell nicht mehr angegeben werden muss.

Nein.

Bei einer unkomplizierten Gesundheitshistorie kann ein regulärer Antrag ausreichend sein. Bei relevanten oder schwer einzuschätzenden Vorerkrankungen kann eine anonymisierte Risikovoranfrage jedoch sinnvoll sein.

Wie bieten Risikovoranfragen kostenfrei an.

Erfahrungsgemäß dauert es bis zu 2 Wochen, bis wir die Rückmeldungen der angefragten Versicherer erhalten haben. Wird beim Versicherer noch der Gesellschaftsarzt hinzugezogen, kann es auch länger dauern.

Dann sollte zunächst analysiert werden, warum die Ablehnungen erfolgt sind und ob sich zu einem späteren Zeitpunkt eine neue Prüfung anbietet. Je nach persönlicher Situation können außerdem alternative Absicherungsmöglichkeiten betrachtet werden wo auf Gesundheitsfragen verzichtet wird.

Sie haben Vorerkrankungen und möchten Ihre BU-Möglichkeiten prüfen?

Statt vorschnell einen Antrag zu stellen, können wir zunächst gemeinsam Ihre Ausgangssituation betrachten. Für eine erste Einschätzung benötigen wir nur folgende Angaben:

  • Ihr Beruf
  • Ihr Alter
  • Gewünschte BU-Rente
  • Bestehen Vorerkrankungen

Wir bevorzugen eine persönliche Beratung anstelle eines automatischen Online-Abschlusses. Dabei werden Ihre Angaben nicht an Versicherer weitergeleitet. Wir betrachten zunächst gemeinsam Ihre Situation und besprechen daraufhin das weitere Vorgehen.