Aus der Praxis:
Abschluss einer Risikolebens-versicherung trotz Lebererkrankung

Eine Lebererkrankung kann den Abschluss einer Risikolebensversicherung deutlich erschweren, aber nicht unbedingt verhindern. Wie die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss in Abhängigkeit von der jeweiligen Lebererkrankung stehen, erfahren Sie in der folgenden Übersicht.

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Risikolebensversicherung trotz Lebererkrankung – geht das überhaupt?

Eine Lebererkrankung im Antrag anzugeben und trotzdem eine Risikolebensversicherung abzuschließen, erscheint vielen Betroffenen zunächst schwierig. Die Sorge vor einer Ablehnung ist verständlich – schließlich erfüllt die Leber wichtige Aufgaben im Stoffwechsel, bei der Entgiftung und bei der Bildung von Eiweißen und Gerinnungsfaktoren.

Dennoch bedeutet eine Lebererkrankung nicht automatisch, dass kein Versicherungsschutz möglich ist. Lebererkrankungen können sehr unterschiedlich verlaufen: Manche Befunde sind vorübergehend oder gut behandelbar, andere bestehen chronisch und können die Leberfunktion langfristig beeinträchtigen.

Ob eine Risikolebensversicherung zu normalen Bedingungen, mit einem Risikozuschlag, nach einer Zurückstellung oder aktuell nicht angeboten werden kann, entscheidet der Versicherer anhand des individuellen Gesamtrisikos. Deshalb sollte nicht allein die Diagnose betrachtet werden. Entscheidend ist vielmehr, wie ausgeprägt die Erkrankung ist, wie sie behandelt wird und ob bereits Folgeschäden vorliegen.

Wie entscheiden Versicherer bei einer Lebererkrankung?

Wenn Sie im Antrag angeben, dass Sie an einer Lebererkrankung leiden oder in der Vergangenheit behandelt wurden, prüft der Versicherer die Angaben im Rahmen der Gesundheitsprüfung. Je nach Diagnose und Verlauf kann zusätzlich ein spezieller Fragebogen zur Lebererkrankung erforderlich sein. Auch aktuelle Laborwerte, Arztberichte oder Befunde aus fachärztlichen Untersuchungen können eine Rolle spielen.Auf dieser Grundlage bewertet der Versicherer das individuelle Risiko. Je nach Ergebnis kann eine Risikolebensversicherung beispielsweise:

  • zu normalen Bedingungen angeboten werden,
  • mit einem Risikozuschlag auf den Beitrag zustande kommen,
  • nach einer zeitlichen Zurückstellung erneut geprüft werden,
  • oder nicht angenommen werden.

Eine Ablehnung bei einem Versicherer bedeutet dabei nicht automatisch, dass jeder andere Versicherer ebenfalls ablehnt. Die Risikoleitlinien und Bewertungsgrundlagen können sich unterscheiden. Gerade bei Vorerkrankungen ist es deshalb sinnvoll, die Möglichkeiten vor einer verbindlichen Antragstellung sorgfältig zu prüfen.

Wichtige Einflussfaktoren auf die Versicherbarkeit

  • Art und Ausprägung der Lebererkrankung
    Nicht jede Lebererkrankung wird gleich bewertet. Eine einmalig erhöhte Leberwertmessung oder eine vollständig ausgeheilte Hepatitis kann versicherungsmedizinisch anders eingeordnet werden als eine chronische Hepatitis, eine fortgeschrittene Fibrose oder eine Leberzirrhose.
    Für die Risikoprüfung ist daher wichtig, welche genaue Diagnose gestellt wurde und ob es sich um eine akute, chronische, entzündliche, erbliche oder tumorbedingte Erkrankung handelt.
  • Aktuelle Leberwerte und Leberfunktion
    Laborwerte können wichtige Hinweise auf den aktuellen Zustand der Leber geben. Je nach Erkrankung können unter anderem Transaminasen, Gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin, Albumin oder Gerinnungswerte betrachtet werden. Einzelne Werte erlauben jedoch meist keine vollständige Beurteilung der Erkrankung.
    Für Versicherer ist häufig auch entscheidend, ob die Leberfunktion insgesamt erhalten ist, ob sich die Werte im Verlauf stabilisiert haben und ob weitere Untersuchungen unauffällige oder auffällige Befunde ergeben haben.
  • Krankheitsverlauf und Stabilität
    Ein einmaliger, vollständig ausgeheilter Krankheitsfall wird in der Regel anders bewertet als eine wiederkehrende oder fortschreitende Erkrankung. Je stabiler der Verlauf und je länger die letzte relevante Auffälligkeit zurückliegt, desto besser kann die Ausgangslage für eine individuelle Prüfung sein. Eine pauschale Aussage ist daraus jedoch nicht abzuleiten.
  • Behandlung und Medikamente
    Auch die Art und der Umfang der Behandlung geben Hinweise auf die Ausprägung einer Lebererkrankung. Relevant können beispielsweise sein:
    – regelmäßige fachärztliche Kontrollen,
    – antivirale Medikamente bei Hepatitis,
    – immunsuppressive Medikamente bei Autoimmunhepatitis,
    – Medikamente zur Behandlung einer Stoffwechselerkrankung,
    – operative Eingriffe oder Krankenhausbehandlungen,
    – eine Behandlung von Komplikationen,
    – die Dauer und der Erfolg der bisherigen Therapie.
    Eine laufende Behandlung führt nicht automatisch zu einer Ablehnung. Sie kann aber dazu führen, dass der Versicherer zusätzliche Informationen zum Therapieerfolg und zur weiteren Prognose benötigt.
  • Fibrose, Zirrhose und mögliche Folgeschäden
    Besonders wichtig ist, ob sich bereits eine Vernarbung des Lebergewebes entwickelt hat. Eine Fibrose beschreibt eine zunehmende Vernarbung; bei einer weit fortgeschrittenen Vernarbung kann eine Leberzirrhose entstehen. Zusätzlich können Komplikationen wie Bauchwasser, Blutungen, Gelbsucht, eine eingeschränkte Blutgerinnung oder eine hepatische Enzephalopathie auftreten.
    Je stärker die Leber strukturell geschädigt ist und je mehr die Leberfunktion beeinträchtigt wird, desto anspruchsvoller wird die Risikoprüfung. Deshalb können Befunde zur Leberstruktur und zur Leberfunktion für die Einschätzung besonders bedeutsam sein.
  • Alkohol, Gewicht und Begleiterkrankungen
    Bei bestimmten Lebererkrankungen können auch Lebensstil- und Stoffwechselfaktoren berücksichtigt werden. Dazu zählen insbesondere der Alkoholkonsum, Übergewicht, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette und Bluthochdruck.
    Diese Faktoren werden nicht isoliert betrachtet. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit der Lebererkrankung und die Frage, ob daraus ein erhöhtes Risiko für einen fortschreitenden Verlauf oder weitere Organschäden entsteht.
  • Versicherungssumme, Laufzeit und persönliche Situation
    Neben den Gesundheitsangaben können auch das Alter, die gewünschte Versicherungssumme und die Laufzeit die Risikobewertung beeinflussen. Eine kurze Laufzeit und eine geringere Versicherungssumme können unter Umständen anders bewertet werden als eine langfristige Absicherung mit hoher Todesfallsumme.
    Welche Bedeutung diese Faktoren im konkreten Fall haben, hängt vom Versicherer und vom gewünschten Versicherungsschutz ab. Sie ersetzen keine medizinische Risikoprüfung.

Welche Unterlagen können bei einer Lebererkrankung wichtig sein?

Je nach Diagnose können Versicherer zusätzliche Unterlagen oder aktuelle Befunde anfordern. Hilfreich können insbesondere sein:

  • aktuelle Laborwerte und Verlaufswerte,
  • Arztberichte der Hausarztpraxis oder der Facharztpraxis,
  • Befunde aus Ultraschall, FibroScan, MRT oder anderen bildgebenden Untersuchungen,
  • Angaben zum Fibrose- oder Zirrhosegrad,
  • Informationen zu früheren Krankenhausaufenthalten,
  • Angaben zu Medikamenten und abgeschlossenen Therapien,
  • Befunde zu Hepatitisviren oder Autoimmunmarkern,
  • Nachweise über Nachsorgeuntersuchungen,
  • Informationen zu Begleiterkrankungen und deren Behandlung.

Je vollständiger und nachvollziehbarer der Krankheitsverlauf dokumentiert ist, desto besser kann der Versicherer die individuelle Situation einordnen. Fehlende oder widersprüchliche Angaben können dagegen zu Rückfragen und Verzögerungen führen.

Umfassende Übersicht:
Versicherbarkeit je nach Lebererkrankung

Eine Lebererkrankung muss nicht automatisch das Ende des Wunsches nach einer finanziellen Absicherung bedeuten. Entscheidend ist, die gesundheitliche Situation realistisch und vollständig darzustellen und die Anfrage an Versicherer zu richten, deren Risikoprüfung zur jeweiligen Diagnose passt.

Wir unterstützen Sie dabei, die erforderlichen Angaben und Unterlagen zusammenzustellen und die Möglichkeiten einer anonymisierten Risikovoranfrage zu prüfen. So lässt sich zunächst besser einschätzen, ob eine Risikolebensversicherung zu normalen Bedingungen, mit einem Zuschlag oder nach weiteren medizinischen Informationen infrage kommt.

Eine verbindliche Entscheidung kann ausschließlich der jeweilige Versicherer nach seiner individuellen Prüfung treffen. Die nachfolgenden Krankheitsprofile sollen Ihnen deshalb vor allem helfen, die wichtigsten Unterschiede zwischen den einzelnen Lebererkrankungen und ihren Ausprägungen zu verstehen.

Lebererkrankungen

Eine Fettleber, medizinisch Steatose genannt, liegt vor, wenn sich vermehrt Fett in den Leberzellen einlagert. Sie kann unter anderem mit Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, bestimmten Medikamenten oder regelmäßigem Alkoholkonsum zusammenhängen. Eine einfache Fettleber verursacht oft zunächst keine Beschwerden, kann sich aber bei anhaltender Belastung entzünden und zu einer Fibrose oder Leberzirrhose weiterentwickeln.

Charakteristische Merkmale

  • häufig zunächst wenige oder keine Beschwerden
  • mögliche Müdigkeit, Druckgefühl im rechten Oberbauch oder erhöhte Leberwerte
  • mögliche Verbindung zu Übergewicht, Diabetes und erhöhten Blutfetten
  • Einteilung unter anderem nach Ursache, Entzündungsaktivität und Ausmaß der Vernarbung
  • Verlauf kann sich durch Gewichtsreduktion, Bewegung und Behandlung von Begleiterkrankungen verbessern

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Leichte Fettleber ohne Entzündung, normale oder nur geringfügige LeberwertabweichungenEine Risikolebensversicherung ist häufig grundsätzlich möglich; aktuelle Befunde können angefordert werden.
Ausgeprägte Fettleber mit anhaltend erhöhten Werten, Übergewicht oder StoffwechselerkrankungenIndividuelle Prüfung; je nach Gesamtbild sind Zuschlag, weitere Nachweise oder eine Zurückstellung möglich.
Steatohepatitis, deutliche Fibrose, Zirrhose oder relevante BegleiterkrankungenDeutlich erschwerte Annahme; eine Zurückstellung oder Ablehnung kann je nach Befund möglich sein.

Die nicht-alkoholische Fettleber wurde in der Medizin zunehmend durch den Begriff MASLD ergänzt beziehungsweise teilweise ersetzt. Gemeint ist eine Fetteinlagerung in der Leber, die häufig im Zusammenhang mit Stoffwechselrisiken wie Übergewicht, Insulinresistenz, Diabetes oder erhöhten Blutfetten auftritt und nicht primär durch hohen Alkoholkonsum verursacht wird. Bei Entzündung spricht man häufig von MASH.

Charakteristische Merkmale

  • oft verbunden mit metabolischem Syndrom, Übergewicht oder Diabetes
  • anfangs häufig symptomarm
  • Leberwerte können erhöht, aber auch unauffällig sein
  • mögliche Entwicklung von MASH, Fibrose und Zirrhose
  • Beurteilung des Fibrosegrades ist für den Verlauf besonders wichtig

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
MASLD ohne Entzündung oder Fibrose, stabiler VerlaufGrundsätzlich häufig versicherbar, sofern keine erheblichen zusätzlichen Risiken vorliegen.
MASLD mit dauerhaft erhöhten Leberwerten, MASH oder mehreren StoffwechselerkrankungenEinzelfallprüfung; Zuschläge, ärztliche Berichte oder zusätzliche Untersuchungen sind möglich.
Fortgeschrittene Fibrose, Zirrhose oder eingeschränkte LeberfunktionVersicherungsschutz ist deutlich schwieriger zu erhalten und kann zurückgestellt oder abgelehnt werden.

Bei der alkoholischen Fettleber lagert sich infolge eines längerfristig erhöhten Alkoholkonsums Fett im Lebergewebe ein. Die Veränderungen können sich bei konsequenter Reduktion oder Abstinenz teilweise zurückbilden. Bleibt die Belastung bestehen, können eine alkoholische Hepatitis, Fibrose und schließlich eine Leberzirrhose entstehen.

Charakteristische Merkmale

  • Zusammenhang mit Häufigkeit und Menge des Alkoholkonsums
  • anfangs häufig keine eindeutigen Beschwerden
  • mögliche erhöhte Leberwerte und vergrößerte Leber
  • Verlauf reicht von rückbildungsfähiger Fettleber bis zu Zirrhose
  • aktuelle Konsumangaben und ärztliche Befunde können für die Risikoprüfung relevant sein

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Leichte Fettleber, stabile Leberwerte und nachvollziehbare langfristige Reduktion oder AbstinenzEine individuelle Annahme ist häufig grundsätzlich denkbar.
Anhaltend erhöhte Werte, unklare Konsummenge oder Hinweise auf alkoholische EntzündungErschwerte Prüfung; Zuschlag, Zurückstellung oder weitere Nachweise möglich.
Fortgesetzter problematischer Konsum, alkoholische Hepatitis, Fibrose oder ZirrhoseDeutlich erhöhtes Risiko; eine kurzfristige Annahme ist häufig schwierig.

Hepatitis C ist eine durch das Hepatitis-C-Virus verursachte Leberentzündung. Sie kann zunächst unbemerkt bleiben und chronisch verlaufen. Moderne antivirale Behandlungen können die Infektion in vielen Fällen beseitigen. Für die langfristige Prognose ist entscheidend, ob bereits eine Fibrose oder Zirrhose entstanden ist.

Charakteristische Merkmale

  • Übertragung vor allem über infiziertes Blut
  • akuter oder chronischer Verlauf möglich
  • häufig lange Zeit ohne eindeutige Symptome
  • Behandlung mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten möglich
  • nach erfolgreicher Therapie sind Nachkontrollen und die Beurteilung der Leberstruktur wichtig

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Erfolgreich behandelte Hepatitis C, kein Nachweis einer aktiven Infektion und keine relevante FibroseNach ausreichender stabiler Nachbeobachtung häufig grundsätzlich gute Chancen.
Aktive Infektion, laufende Behandlung oder noch nicht abschließend beurteilte LeberMeist individuelle Prüfung; eine vorübergehende Zurückstellung ist möglich.
Fortgeschrittene Fibrose, Zirrhose, portale Hypertension oder andere KomplikationenDeutlich erschwerte Versicherbarkeit.

Hepatitis B wird durch das Hepatitis-B-Virus verursacht und kann akut oder chronisch verlaufen. Bei einem Teil der Betroffenen bleibt das Virus langfristig im Körper. Eine chronische Infektion kann die Leber dauerhaft entzünden und das Risiko für Fibrose, Zirrhose und Leberzellkarzinom erhöhen.

Charakteristische Merkmale

  • Übertragung über Blut und Körperflüssigkeiten
  • akute und chronische Verlaufsformen
  • Impfungen bieten einen wirksamen Schutz
  • Verlauf hängt unter anderem von Virusvermehrung und Leberentzündung ab
  • regelmäßige Kontrollen von Viruslast, Leberwerten und Leberstruktur sind üblich

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Inaktive, stabile Infektion ohne Fibrose und mit unauffälliger LeberfunktionGrundsätzlich möglich, aber in der Regel nur nach individueller Risikoprüfung.
Aktive Virusvermehrung, laufende antivirale Therapie oder auffällige LeberwerteErschwerte Prüfung; aktuelle Befunde und Verlaufskontrollen können erforderlich sein.
Zirrhose, deutliche Leberfunktionsstörung oder KomplikationenDeutlich erhöhte Risikoeinschätzung; Zurückstellung oder Ablehnung möglich.

Hepatitis A ist eine meist akut verlaufende Leberentzündung durch das Hepatitis-A-Virus. Die Infektion heilt in der Regel vollständig aus und wird nicht chronisch. Die Übertragung erfolgt häufig über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser sowie über engen Kontakt mit infizierten Personen.

Charakteristische Merkmale

  • meist akuter, selbstlimitierender Verlauf
  • keine typische chronische Hepatitis-A-Infektion
  • mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, Übelkeit, Gelbsucht und dunkler Urin
  • Schutz durch Impfung möglich
  • selten schwere Verläufe mit ausgeprägter Leberfunktionsstörung

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Vollständig ausgeheilte Hepatitis A ohne bleibende LeberschädenNach der Genesung meist keine dauerhafte Erschwernis zu erwarten.
Aktuelle akute InfektionHäufig vorübergehende Zurückstellung bis zur vollständigen Erholung und Befundklärung.
Schwerer Verlauf mit anhaltender LeberfunktionsstörungIndividuelle Prüfung nach Stabilisierung; die Annahme kann deutlich erschwert sein.

Eine Leberzirrhose ist eine fortgeschrittene Vernarbung und strukturelle Umwandlung des Lebergewebes. Sie kann unter anderem durch chronischen Alkoholkonsum, Virushepatitis, MASLD/MASH, Autoimmunerkrankungen oder erbliche Stoffwechselerkrankungen entstehen. Im kompensierten Stadium kann die Leber ihre Aufgaben teilweise noch erfüllen; im dekompensierten Stadium treten Komplikationen auf.

Charakteristische Merkmale

  • fortschreitende Vernarbung und Umbau der Leber
  • mögliche Ursachen sind sehr unterschiedlich
  • kompensierte und dekompensierte Stadien
  • mögliche Komplikationen: Bauchwasser, Blutungen, Gelbsucht oder hepatische Enzephalopathie
  • regelmäßige Kontrollen auf Leberkrebs und weitere Folgeprobleme

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Kompensierte Zirrhose ohne aktuelle KomplikationenMeist anspruchsvolle Einzelfallprüfung; eine Annahme ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber häufig erschwert.
Zirrhose mit portaler Hypertension, auffälligen Funktionswerten oder ersten KomplikationenDeutlich erschwerte Annahme; Zurückstellung oder Ablehnung kann möglich sein.
Dekompensierte Zirrhose, Leberversagen oder TransplantationsbedarfSehr hohe Risikoeinstufung; eine kurzfristige Versicherbarkeit ist häufig nicht gegeben.

Erhöhte Leberwerte sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Laborbefund. Sie können vorübergehend auftreten, etwa nach einer Infektion oder durch Medikamente, aber auch auf Fettleber, Hepatitis, Gallenwegserkrankungen oder andere Ursachen hinweisen. Entscheidend ist deshalb, ob die Ursache geklärt und der Befund dauerhaft oder nur vorübergehend ist.

Charakteristische Merkmale

  • betrifft unter anderem Werte wie ALT, AST, Gamma-GT, AP und Bilirubin
  • leichte Erhöhungen können vorübergehend sein
  • mögliche Ursachen reichen von Fettleber und Medikamenten bis zu Hepatitis
  • wiederholte Kontrollen helfen bei der Einordnung
  • nicht nur die Höhe, sondern auch Muster und Verlauf der Werte sind relevant

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Leichte, einmalige und nachvollziehbar vorübergehende ErhöhungNach Klärung der Ursache häufig grundsätzlich gute Chancen.
Wiederholt erhöhte Werte mit bekannter, behandelter UrsacheIndividuelle Prüfung; zusätzliche Befunde oder ein Zuschlag sind möglich.
Stark erhöhte oder ungeklärte Werte, auffälliges Bilirubin oder Hinweise auf FunktionsstörungHäufig zunächst Zurückstellung bis zur weiteren Diagnostik; erschwerte Annahme möglich.

Die Autoimmunhepatitis ist eine chronische Entzündung der Leber, bei der das Immunsystem körpereigenes Lebergewebe angreift. Die Erkrankung kann schleichend oder mit deutlichen Beschwerden beginnen. Eine Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten kann die Entzündung kontrollieren und das Fortschreiten der Erkrankung bremsen.

Charakteristische Merkmale

  • fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems gegen die Leber
  • kann Frauen häufiger betreffen, grundsätzlich aber in jedem Alter auftreten
  • mögliche Symptome sind Müdigkeit, Gelenkbeschwerden und Gelbsucht
  • häufig langfristige medikamentöse Behandlung und Kontrollen
  • unbehandelt mögliches Fortschreiten zu Fibrose oder Zirrhose

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Stabile Remission, kontrollierte Werte und keine oder geringe FibroseIndividuelle Annahme grundsätzlich denkbar; Befunde zur Krankheitskontrolle sind wichtig.
Aktive Entzündung, häufige Schübe oder intensiver TherapiebedarfErschwerte Prüfung; Zurückstellung oder Zuschlag möglich.
Fortgeschrittene Fibrose, Zirrhose oder eingeschränkte LeberfunktionDeutlich erschwerte Versicherbarkeit.

Die primär biliäre Cholangitis ist eine chronische, meist langsam fortschreitende Erkrankung der kleinen Gallengänge innerhalb der Leber. Durch die Schädigung kann sich die Galle stauen und langfristig eine Vernarbung der Leber entwickeln. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und lässt sich durch regelmäßige Behandlung und Kontrollen besser einschätzen.

Charakteristische Merkmale

  • betrifft vor allem die kleinen Gallenwege in der Leber
  • häufig chronischer Verlauf
  • mögliche Beschwerden sind Müdigkeit und Juckreiz
  • kann zu Cholestase, Fibrose und Zirrhose führen
  • Behandlung und Verlaufskontrollen können das Fortschreiten bremsen

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Frühes, stabiles Stadium ohne relevante Fibrose oder FunktionseinschränkungGrundsätzlich mögliche, aber individuelle Risikoprüfung.
Fortschreitender Verlauf, ausgeprägte Cholestase oder belastende SymptomeErschwerte Prüfung; aktuelle Labor- und Verlaufsdaten sind besonders relevant.
Zirrhose, portale Hypertension oder DekompensationMeist deutlich erschwerte Annahme; Zurückstellung oder Ablehnung möglich.

Die primär sklerosierende Cholangitis ist eine chronische Erkrankung, bei der sich die Gallenwege innerhalb und außerhalb der Leber entzünden und verengen können. Der Galleabfluss kann dadurch beeinträchtigt werden. Die Erkrankung kann mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verbunden sein und unterschiedlich schnell fortschreiten.

Charakteristische Merkmale

  • entzündliche und narbige Veränderungen der Gallenwege
  • mögliche wiederkehrende Gallengangsentzündungen
  • oft Zusammenhang mit Colitis ulcerosa oder anderen Darmerkrankungen
  • mögliche Entwicklung von Cholestase, Fibrose und Zirrhose
  • engmaschige fachärztliche Kontrollen können erforderlich sein

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Frühes Stadium ohne relevante Gallenwegsentzündungen oder FibroseIndividuelle Prüfung; Versicherungsschutz ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Wiederkehrende Cholangitiden, relevante Engstellen oder fortschreitende BefundeDeutlich erschwerte Risikoprüfung; Zuschlag oder Zurückstellung möglich.
Fortgeschrittene Fibrose, Zirrhose, schwere Komplikationen oder TransplantationsperspektiveSehr schwierige Annahme; häufig aktuell nicht oder nur eingeschränkt möglich.

Die Hämochromatose, auch Eisenspeicherkrankheit genannt, ist meist eine erblich bedingte Störung des Eisenstoffwechsels. Der Körper nimmt zu viel Eisen aus der Nahrung auf und lagert es unter anderem in der Leber ein. Wird die Erkrankung früh erkannt und behandelt, lassen sich Organschäden häufig vermeiden oder begrenzen.

Charakteristische Merkmale

  • krankhafte Eisenüberladung des Körpers
  • oft genetische Ursache
  • mögliche Müdigkeit, Gelenkbeschwerden oder Veränderungen der Hautfarbe
  • Behandlung meist durch regelmäßige Blutentnahmen oder andere Maßnahmen zur Eisenreduktion
  • unbehandelt mögliches Risiko für Fibrose, Zirrhose und weitere Organschäden

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Früh erkannt, behandelt und ohne Leber- oder OrganschädenEine Risikolebensversicherung ist häufig grundsätzlich möglich, vorbehaltlich der Prüfung.
Erhöhte Eisenspeicher oder beginnende FibroseIndividuelle Prüfung; Verlauf, Behandlung und Organbefunde sind entscheidend.
Zirrhose oder zusätzliche Herz-, Bauchspeicheldrüsen- beziehungsweise OrganschädenDeutlich erschwerte Versicherbarkeit.

Morbus Wilson ist eine seltene erblich bedingte Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Kupfer im Körper ansammelt. Die Leber ist häufig früh betroffen; später können auch das Nervensystem und andere Organe beeinträchtigt werden. Eine konsequente lebenslange Behandlung kann die Kupferbelastung reduzieren.

Charakteristische Merkmale

  • genetisch bedingte Störung des Kupferstoffwechsels
  • mögliche Leber- und neurologische Beschwerden
  • häufig langfristige medikamentöse Behandlung erforderlich
  • Verlauf hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose und der Therapietreue ab
  • mögliche Komplikationen sind Fibrose, Zirrhose und akutes Leberversagen

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Gut kontrollierte Erkrankung ohne relevante Leber- oder NervenschädenIndividuelle Prüfung; eine Annahme kann grundsätzlich möglich sein.
Aktive Leberbeteiligung, instabile Werte oder unzureichende KrankheitskontrolleErschwerte Prüfung; Zurückstellung oder weitere Unterlagen möglich.
Zirrhose, akutes Leberversagen oder deutliche neurologische FolgeschädenSehr hohe Risikoeinstufung und entsprechend schwierige Annahme.

Leberkrebs bezeichnet bösartige Tumoren, die in der Leber entstehen oder als Metastasen aus anderen Organen in die Leber gelangen. Das Leberzellkarzinom ist die häufigste primäre Form von Leberkrebs und tritt häufig auf dem Boden einer chronisch geschädigten Leber oder Zirrhose auf. Behandlung und Prognose hängen unter anderem von Tumorart, Stadium und Therapieerfolg ab.

Charakteristische Merkmale

  • Unterscheidung zwischen primären Lebertumoren und Lebermetastasen
  • Leberzellkarzinom häufig im Zusammenhang mit chronischer Lebererkrankung
  • mögliche Symptome sind Gewichtsverlust, Leistungsminderung, Gelbsucht oder Oberbauchbeschwerden
  • Behandlung abhängig von Stadium und Allgemeinzustand
  • Nachsorge und Rückfallrisiko sind für die Beurteilung besonders relevant

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Erfolgreich behandelte Erkrankung mit abgeschlossener Therapie und stabiler NachsorgeEine Annahme ist allenfalls nach individueller Prüfung und häufig erst nach einer stabilen Nachbeobachtungszeit denkbar.
Kürzlich behandelte oder noch nicht abschließend beurteilte ErkrankungHäufig zunächst Zurückstellung bis zum Vorliegen belastbarer Nachsorgebefunde.
Aktive Erkrankung, Rückfall, Metastasen oder palliative BehandlungEine neue Risikolebensversicherung ist in der Regel aktuell sehr schwer oder nicht möglich.

Beim Leberversagen kann die Leber ihre lebenswichtigen Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen. Es wird zwischen einem akuten und einem chronischen Verlauf unterschieden. Ursachen können unter anderem schwere Hepatitis, Vergiftungen, Medikamente, fortgeschrittene Zirrhose oder erbliche Stoffwechselerkrankungen sein.

Charakteristische Merkmale

  • akuter oder chronischer Verlauf möglich
  • Beeinträchtigung der Entgiftungs-, Stoffwechsel- und Gerinnungsfunktionen
  • mögliche Gelbsucht, Blutungsneigung, Bewusstseinsstörungen oder Bauchwasser
  • schwerer Verlauf kann eine intensivmedizinische Behandlung oder Transplantation erfordern
  • Prognose hängt stark von Ursache, Reversibilität und verbleibender Leberfunktion ab

Versicherbarkeit

AusprägungTypische versicherungsmedizinische Tendenz
Akutes Ereignis vollständig überstanden, Ursache behandelt und Leberfunktion stabilNach ausreichender Erholungs- und Beobachtungszeit ist eine individuelle Prüfung möglich.
Chronische, aber noch kompensierte LeberfunktionseinschränkungMeist deutlich erschwerte Risikoprüfung.
Akutes schweres Leberversagen, Dekompensation, Transplantationsbedarf oder bleibende FunktionsstörungEine kurzfristige Annahme ist häufig nicht möglich; Zurückstellung oder Ablehnung kann erfolgen.

Versicherungsabschluss trotz Lebererkrankung: Dank professioneller Beratung prinzipiell möglich

Als Spezialisten für die Vermittlung von Risikolebensversicherungen trotz Vorerkrankungen können wir auf etliche Erfolgsfälle verweisen. Hier einige Beispiele direkt aus unserer täglichen Praxis:

Entscheidend für den erfolgreichen Abschluss einer Risikolebensversicherung bei Lebererkrankungen ist eine professionelle und vor allem vertrauensvolle Beratung sowie das richtige Vorgehen. Dieses gestaltet sich bei uns wie folgt:

  • Nach der Kontaktaufnahme stimmen wir das weitere Vorgehen ab, das in der Regel eine anonymisierte Voranfrage bei geeigneten Versicherern ist.
  • Hierfür füllen Sie Gesundheitsfragebögen, die Sie von uns erhalten, aus, die neben persönlichen Daten auch detaillierte Fragen zum Krankheitsverlauf, zu Symptomen, Therapien und Rückfällen enthielt. Ärztliche Befunde und Berichte zum bisherigen Verlauf fügen Sie ebenfalls bei und senden diese Unterlagen an uns.
  • Um eine Ablehnung und einen möglich Eintrag Sonderwagniskartei der Lebensversicherer zu vermeiden, anonymisieren wir die Daten und fragen dann bei mehreren Versicherern an. Die Versicherer können dann angeben, wie Sie bei einem möglichen Antrag entscheiden würden ohne dass Ihr Namen oder Ihre Adresse dem Versicherer bekannt ist und ohne das Sie einen Antrag stellen müssen.
  • Nach Rückmeldung der Versicherer prüfen wir die Angebote nach Beitrag, Leistungen und Zusatzoptionen und stellen Ihnen die entsprechenden Ergebnisse zur Verfügung. Sollte dann etwas für Sie passen, würden wir den Versicherungsschutz vermitteln, kostenfrei für Sie. Beispiele aus unserer Tätigkeit: Risikolebensversicherung bei Hämochromatose oder Hepatitis B. Sollte keine Lösung mit Angaben zur Gesundheit möglich sein, bieten sich Lösungen ohne Gesundheitsfragen an.

Mehr zum genauen Ablauf der anonymisierten Voranfrage finden Sie hier:

Kontaktieren Sie mich gern:

Langjährige Erfahrung für Ihre Absicherung
Wir finden Lösungen auch bei Vorerkrankungen

In unserer langjährigen Tätigkeit als spezialisierte Versicherungsmakler haben wir bereits viele Mandanten mit den unterschiedlichsten Vorerkrankungen betreut. Unser Vorgehen bei der Vermittlung einer Risikolebensversicherung ist darauf spezialisiert, eine Antragsablehnung und damit eine Eintragung in die Sonderwagsniskartei der Lebensversicherer zu vermeiden.