Aus der Praxis:
Risikolebens-versicherung trotz Hämochromatose und leichter Fettleber

Eine Risikolebensversicherung trotz einer erblich bedingten Hämochromatose abzuschließen, kann eine besondere Herausforderung sein. Das zeigt das Fallbeispiel von Herrn Bie., einem selbstständigen Ingenieur.
Bei ihm wurde im Jahr 2015 eine hereditäre Hämochromatose mit homozygoter C282Y-Mutation festgestellt. Die Erkrankung wird regelmäßig kontrolliert und durch gelegentliche Aderlässe behandelt. Herr Bie. ist nach den vorliegenden Angaben beschwerdefrei, benötigt keine Medikamente und hatte keine stationären Behandlungen. Trotz des stabilen Verlaufs musste seine Krankengeschichte für eine Risikolebensversicherung besonders sorgfältig eingeordnet werden. Denn für Versicherer ist nicht nur die Diagnose selbst entscheidend. Auch die Entwicklung der Eisenwerte, die Leberbefunde, die Behandlung und die langfristige Prognose spielen eine wichtige Rolle.

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Ausgangssituation: Selbstständiger Ingenieur mit Hämochromatose

Herr Bie. ist Jahrgang 1990 und arbeitet als selbstständiger Ingenieur. Für die Absicherung seiner Familie wollte er eine Risikolebensversicherung mit einer Versicherungssumme von 500.000 Euro prüfen lassen.

Der Wunsch nach einer solchen Absicherung kann verschiedene Gründe haben – zum Beispiel die Absicherung von Angehörigen, eine Finanzierung oder die finanzielle Absicherung unternehmerischer Verpflichtungen. In seinem Fall sollte zunächst geklärt werden, wie die bestehende Krankengeschichte von den Versicherern bewertet wird.

Die zentrale Diagnose war eine hereditäre Hämochromatose. Dabei handelt es sich um eine genetisch bedingte Störung des Eisenstoffwechsels. Der Körper nimmt zu viel Eisen auf, weshalb regelmäßige Kontrollen und – abhängig von den Werten – Aderlässe erforderlich sein können.

Die wichtigsten Eckdaten

  • Geburtsjahr: 1990
  • Beruf: selbstständiger Ingenieur
  • Gewünschte Versicherungssumme: 500.000 Euro
  • Erstdiagnose Hämochromatose: 2015
  • Behandlung: regelmäßige Blutkontrollen und etwa ein bis zwei Aderlässe pro Jahr
  • Aktueller Verlauf: chronisch stabil und beschwerdefrei
  • Medikamente: keine
  • Stationäre Aufenthalte wegen der Erkrankung: keine dokumentiert

Hereditäre Hämochromatose– der zentrale Risikofaktor

Die Diagnose wurde nach einem Zufallsbefund bei erhöhten Leberwerten gestellt. Eine humangenetische Untersuchung bestätigte eine homozygote C282Y-Mutation.

Seitdem wird die Erkrankung regelmäßig überwacht. Dazu gehören unter anderem Blutuntersuchungen mit Blick auf Ferritin, Transferrinsättigung, Leberwerte und Blutbild. Zusätzlich erfolgen in der Regel ein bis zwei Aderlässe pro Jahr.

Nach den vorliegenden Gesundheitsangaben ist die Hämochromatose unter dieser Behandlung stabil. Herr Brie. ist beschwerdefrei, nimmt keine Medikamente ein und war wegen der Erkrankung nicht stationär in Behandlung.

Regelmäßige fachärztliche Kontrollen

Seit 2020 wird die Hämochromatose fachärztlich begleitet. Die Untersuchungen umfassten unter anderem Laboruntersuchungen, Ultraschallkontrollen und Elastografien der Leber.

Die Befunde zeigen insgesamt einen stabilen Verlauf. Zeitweise wurden eine Fettleber und erhöhte Leberwerte dokumentiert. Im weiteren Verlauf bildeten sich die Auffälligkeiten jedoch deutlich zurück.

  • 2021: stabiler Verlauf ohne Beschwerden
  • 2022: mäßiggradige Fettleber und erhöhte GPT, jedoch normale Elastometrie
  • 2023: deutliche Besserung der Leberwerte und weiterhin kein Hinweis auf eine Fibrose
  • 2024: weiterhin stabile Hämochromatose, Elastometrie im Normbereich, mäßiggradige Fettleber
  • 2025: nur noch geringgradige Fettleber, normwertige GPT und weiterhin kein Anhalt für eine Leberfibrose

Gerade diese Entwicklung ist für die Risikoprüfung wichtig. Eine Diagnose sollte nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist auch, wie sie behandelt wird, ob Organschäden vorliegen und wie sich die Befunde über mehrere Jahre entwickelt haben.

Weitere dokumentierte Diagnosen

Neben der Hämochromatose wurden im Verlauf weitere, überwiegend vorübergehende oder begleitende Diagnosen dokumentiert:

  • ein behandelter Zeruminalpfropf, der ausgeheilt ist
  • eine Gürtelrose im Jahr 2023 ohne dokumentierte Folgebeschwerden
  • eine geringgradige Pankreaslipomatose als sonografischer Zufallsbefund
  • ein seborrhoisches Ekzem im Jahr 2026, ambulant behandelt

Eine im Jahr 2023 dokumentierte Hypertonie wurde lediglich als Verdachtsdiagnose beziehungsweise auszuschließende Diagnose geführt und nach den vorliegenden Angaben nicht bestätigt. Eine weitere Verdachtsdiagnose aus dem Jahr 2024 ist ohne dokumentierten Folgetermin vermerkt.

Risikolebensversicherung trotz Vorerkrankung prüfen lassen

Bei Herrn Bie. wurde die gesundheitliche Situation für eine Risikovoranfrage strukturiert zusammengetragen. Im Mittelpunkt standen die erblich bedingte Hämochromatose, die regelmäßige Behandlung durch Aderlässe und die fachärztlich dokumentierte Entwicklung der Leberbefunde.

Die Unterlagen zeigen eine chronische, aber stabile und beschwerdefreie Erkrankung. Die Hämochromatose wird regelmäßig kontrolliert, die Behandlung ist überschaubar und es bestehen nach den vorliegenden Befunden keine Hinweise auf eine Fibrosierung der Leber.

Ob und zu welchen Bedingungen ein Versicherer den gewünschten Schutz anbietet, hängt immer von der individuellen Risikoprüfung und der jeweiligen Gesellschaft ab. Möglich sind – abhängig vom Einzelfall – eine normale Annahme, ein Risikozuschlag, eine Zurückstellung oder eine Ablehnung.

Eine anonymisierte Voranfrage hilft dabei, die Möglichkeiten zunächst auszuloten, ohne vorschnell einen formellen Antrag zu stellen. So können die Rückmeldungen verschiedener Versicherer miteinander verglichen werden.

Versicherungsabschluss trotz Hämochromatose dank professioneller Beratung möglich

Nachdem Herr Bie. uns seine Situation geschildert hatte — inklusive der vorangegangenen Ablehnungen — erklärten wir ihm unser Vorgehen für Risikolebensversicherungen trotz Vorerkrankungen. Um weitere Ablehnungen zu vermeiden und die Chancen auf eine Annahme zu erhöhen, starteten wir eine anonymisierte Ausschreibung bei mehreren Risikolebensversicherern. Dabei wurden sämtliche medizinischen Unterlagen vollständig aufbereitet.

Durch diese saubere, medizinisch nachvollziehbare Darstellung konnten die Versicherer das Risiko realistisch einschätzen, ohne den Kunden namentlich zu kennen. Verschiedene Versicherer lehnten ab oder boten Herr Bie. eine begrenzte Versicherungsdauer von 10 Jahren an und/oder wollten Beitragszuschläge. Ein Abschluss erfolgte bei einem Versicherer aus Stuttgart, der gegen einen moderaten Zuschlag den gewünschten Versicherungsschutz für die gewünschte Laufzeit von 30 Jahren anbot.

Vertragsdetails des Kunden

Risikolebensversicherung (mit Gesundheitsprüfung)

  • Versicherungssumme: 500.000 €
  • Versicherungsdauer: 30 Jahre
  • Beitrag: 102,33 € pro Monat
  • Versicherer: Standort Stuttgart

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Langjährige Erfahrung für Ihre Absicherung
Wir finden Lösungen auch bei Vorerkrankungen

In unserer langjährigen Tätigkeit als spezialisierte Versicherungsmakler haben wir bereits viele Mandanten mit den unterschiedlichsten Vorerkrankungen betreut. Unser Vorgehen bei der Vermittlung einer Risikolebensversicherung ist darauf spezialisiert, eine Antragsablehnung und damit eine Eintragung in die Sonderwagsniskartei der Lebensversicherer zu vermeiden.