Aus der Praxis:
Risikolebensversicherung trotz Epilepsie und komplexer Krankengeschichte

Die Absicherung einer Immobilienfinanzierung war das zentrale Anliegen von Frau El., 42 Jahre alt und als Beratungsapothekerin tätig. Trotz stabiler beruflicher Situation, Nichtraucherstatus und guter allgemeiner Gesundheit war eine klassische Risikolebensversicherung keineswegs selbstverständlich. Der Grund: eine medizinisch vielschichtige Vorgeschichte, in der insbesondere eine fokale Epilepsie sowie eine zunächst falsch gestellte Diagnose Multiple Sklerose die Risikoprüfung erheblich erschwerten.

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Erschwerter Abschluss einer Risikolebensversicherung bei 42-jähriger Beratungsapothekerin

Frau El. ist Jahrgang 1983, Mutter zweier Kinder und beruflich voll belastbar. Sie arbeitet zu 100 % im Büro, führt einen gesundheitsbewussten Lebensstil und ist in der Regel sportlich aktiv. Körpergröße und Gewicht liegen im Normbereich, sie raucht nicht und hat keine riskanten Hobbys.
Trotz dieser grundsätzlich positiven Ausgangslage war klar: Die Krankheitsgeschichte würde über die Versicherbarkeit entscheiden.

Epilepsie – der zentrale Risikofaktor

Die Epilepsie trat erstmals im Oktober 2019 während der Schwangerschaft auf. Es kam zu einem Krampfanfall mit Synkope, der eine stationäre Abklärung im Virchow‑Klinikum Berlin erforderlich machte. Ein zweiter Anfall folgte kurz nach der Entbindung im Dezember 2019.

Nach umfassender Diagnostik wurde eine fokale Epilepsie festgestellt, die seit 2020 mit Lamotrigin behandelt wird. Unter dieser Therapie war Frau El. über Jahre vollständig anfallsfrei.

Lediglich im Oktober 2024 kam es zu einem erneuten Anfall – allerdings nicht aufgrund einer Verschlechterung der Epilepsie, sondern weil die Medikation wegen eines akuten Magen‑Darm‑Infekts kurzfristig nicht aufgenommen werden konnte. Seit Wiederaufnahme der Therapie ist die Patientin erneut stabil und beschwerdefrei.

Die neurologische Verlaufskontrolle zeigt:

  • stabile Befunde
  • keine neuen Läsionen
  • keine Hinweise auf eine chronisch‑entzündliche ZNS‑Erkrankung
  • gute Prognose unter fortgesetzter Medikation

Damit liegt eine kontrollierte Epilepsie mit gutem Langzeitverlauf vor – dennoch ein Risikofaktor, den Versicherer sehr ernst nehmen.

Falschdiagnose Multiple Sklerose

Besonders problematisch war eine frühere Diagnose der Gynäkologin, die eine Multiple Sklerose vermutete. Diese Diagnose stellte sich als falsch heraus.

Auf unsere Empfehlung hin holte die Kundin eine neurologische Stellungnahme ein, die eindeutig bestätigte:

  • keine MS
  • keine entzündliche ZNS‑Erkrankung
  • stabile MRT‑Verläufe seit 2016

Diese Klarstellung war entscheidend, da MS in der Risikoprüfung öfters zu Ablehnungen führt.

Weitere medizinische Punkte (kurz eingeordnet)

  • Refluxerkrankung mit Zwerchfellbruch (gut behandelbar)
  • Hörsturz/Tinnitus (rezidivierend, aber ohne dauerhafte Einschränkungen)
  • Anpassungsstörung mit leichten depressiven Episoden (psychotherapeutisch gut kontrolliert)
  • Orthopädische Beschwerden (chronisch, aber nicht relevant für die Sterblichkeitsrisikoprüfung)
  • Zwei Schwangerschaften und Entbindungen
  • Gallenblasenentfernung 2016 (ausgeheilt)

Diese Diagnosen sind für die Risikoprüfung relevant, aber nicht ausschlaggebend. Die Epilepsie bleibt der Hauptfaktor.

Exkurs:
Warum die Epilepsie für Versicherer so relevant ist

Epilepsie wird von Versicherern als potenziell lebensrelevante Erkrankung eingestuft, insbesondere wenn:

  • mehrere Anfälle aufgetreten sind
  • die Ursache unklar ist
  • eine Dauermedikation notwendig ist
  • ein Anfall im Zusammenhang mit Bewusstseinsverlust stand

Bei Frau El. trafen mehrere dieser Punkte zu. Zwar ist der Verlauf stabil, aber die Kombination aus:

  • drei dokumentierten Anfällen
  • notwendiger Dauermedikation
  • einem rezidivierenden Ereignis 2024

führte dazu, dass viele Versicherer das Risiko als zu hoch einstuften.

Versicherungsabschluss trotz Epilepsie dank professioneller Beratung möglich

Nachdem Frau El. uns ihre Situation geschildert hatte — inklusive der vorangegangenen Ablehnung bei der Allianz — erklärten wir ihr unser strukturiertes Vorgehen. Um weitere Ablehnungen zu vermeiden und die Chancen auf eine Annahme zu erhöhen, starteten wir eine anonymisierte Ausschreibung bei mehreren Risikolebensversicherern. Dabei wurden sämtliche medizinischen Unterlagen vollständig aufbereitet: neurologische Befunde zur Epilepsie, die Stellungnahme zur ausgeschlossenen MS‑Diagnose, psychotherapeutische Dokumentation sowie die gastroenterologischen und orthopädischen Berichte.

Durch diese saubere, medizinisch nachvollziehbare Darstellung konnten die Versicherer das Risiko realistisch einschätzen, ohne die Kundin namentlich zu kennen. Die Rückmeldungen waren dennoch sehr unterschiedlich: Viele Gesellschaften lehnten ab, einige forderten hohe Zuschläge, und nur ein Versicherer mit Niederlassung in Köln bot eine Annahme gegen einen moderaten Risikozuschlag an. Ergänzend kam es zu einem Versicherungsabschluss bei einem Versicherer aus Berlin ohne Gesundheitsfragen.

Gemeinsam prüften wir die Konditionen, Zuschläge und die langfristige Beitragsentwicklung. Am Ende konnten zwei tragfähige Verträge abgeschlossen werden — und die Immobilienfinanzierung war abgesichert.

Vertragsdetails der Kundin

Risikolebensversicherung (mit Gesundheitsprüfung)

  • Versicherungssumme: 433.000 €
  • Versicherungsdauer: 20 Jahre
  • Beitrag: 124,10 € pro Monat
  • Versicherer: Niederlassung Köln
  • Annahme: mit Risikozuschlag

Ergänzende Absicherung ohne Gesundheitsfragen

  • Todesfallleistung: 30.000 €
  • Arbeitsunfähigkeit: 500 € monatlich
  • Versicherungsdauer: 15 Jahre
  • Beitrag: 26,32 € pro Monat

Absicherung des Ehemanns

Auch für den Ehemann (43 Jahre) konnten wir trotz relevanter Vorerkrankungen — Bluthochdruck, Schilddrüsenunterfunktion, BMI 30 — erfolgreichen Versicherungsschutz realisieren.

Risikolebensversicherung (mit Gesundheitsprüfung)

  • Versicherungssumme: 500.000 €
  • Dauer: 20 Jahre
  • Beitrag: 57,49 € pro Monat
  • Versicherer: Niederlassung Düsseldorf

Ergänzende Absicherung ohne Gesundheitsfragen

  • Todesfallleistung: 30.000 €
  • Arbeitsunfähigkeit: 500 € monatlich
  • Dauer: 15 Jahre
  • Beitrag: 28,64 € pro Monat

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Langjährige Erfahrung für Ihre Absicherung
Wir finden Lösungen auch bei Vorerkrankungen

In unserer langjährigen Tätigkeit als spezialisierte Versicherungsmakler haben wir bereits viele Mandanten mit den unterschiedlichsten Vorerkrankungen betreut. Unser Vorgehen bei der Vermittlung einer Risikolebensversicherung ist darauf spezialisiert, eine Antragsablehnung und damit eine Eintragung in die Sonderwagsniskartei der Lebensversicherer zu vermeiden.