Aus der Praxis:
Risikolebensversicherung trotz psychischer Vorerkrankungen & Allergien

Herr Sch., 34 Jahre alt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, möchte gemeinsam mit einem Partner eine Steuerberaterkanzlei erwerben. Für die Finanzierung verlangt die Bank eine Risikolebensversicherung über 1.600.000 € mit einer Laufzeit von 21 Jahren. Trotz seines jungen Alters und eines überwiegend unauffälligen Gesundheitszustands war die Ausgangslage nicht ganz einfach: In den vergangenen Jahren befand sich Herr Sch. aufgrund beruflicher Belastungen in psychotherapeutischer Behandlung und leidet zudem unter mehreren allergischen Erkrankungen sowie einer leichten Neurodermitis.


In diesem Praxisfall zeigen wir, wie trotz dieser Vorgeschichte eine Annahme möglich wurde – und warum eine professionelle, anonymisierte Risikovoranfrage entscheidend war.

Kontaktieren Sie mich gern:

Die Ausgangssituation: Kanzleikauf & Finanzierungsauflage

Herr Sch. ist 34 Jahre alt, ledig, Nichtraucher und arbeitet als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit 100 % Bürotätigkeit. Gemeinsam mit einem Partner möchte er eine Steuerberaterkanzlei erwerben. Die Bank verlangt hierfür eine Risikolebensversicherung über 1.600.000 €.

Da möglicherweise ein weiterer Kanzleikauf geplant ist, sollte zusätzlich ein zweiter Vertrag abgeschlossen werden, um zukünftige Finanzierungen flexibel absichern zu können.

Die Herausforderung lag in der Gesundheitsprüfung: Herr Sch. hat eine psychische Vorgeschichte und mehrere allergische Erkrankungen, die Versicherer häufig kritisch bewerten.

Der medizinische Hintergrund: Psychische Belastung, Angststörung & depressive Episode

Zwischen 2021 und 2022 befand sich Herr Sch. in psychotherapeutischer Behandlung. Die Diagnosen lauteten:

  • Generalisierte Angststörung (F41.1)
  • Rezidivierende depressive Episode, mittelschwer (F33.1)
  • Erschöpfungssyndrom / Anpassungsstörung (F43.2)
  • Insomnie

Die Beschwerden traten im Zusammenhang mit beruflicher Überlastung und familiären Belastungen auf. Insgesamt erfolgten:

  • 15 Sitzungen bei einem Internisten/Psychotherapeuten
  • mehrere Monate Behandlung bei einer Fachärztin für Psychiatrie
  • keine stationäre Therapie
  • keine medikamentöse Behandlung (Medikamente wurden zwar empfohlen, aber nicht eingenommen)

Wichtig für die Risikoprüfung:

  • Seit Juli 2022 ist Herr Sch. vollständig beschwerdefrei.
  • Es gab keine Rückfälle.
  • Die Therapie wurde erfolgreich abgeschlossen.
  • Der Arbeitgeberwechsel beseitigte die damaligen Belastungsfaktoren.
  • Beide behandelnden Ärzte bestätigen eine anhaltende psychische Stabilität.

Damit liegt eine abgeschlossene, gut dokumentierte und erfolgreich behandelte psychische Erkrankung vor – ein entscheidender Punkt für die Versicherbarkeit.

Weitere Gesundheitsangaben: Allergien, Neurodermitis & leichte Befunde

Neben der psychischen Vorgeschichte bestehen mehrere allergische Erkrankungen:

  • Heuschnupfen (seit 2010, saisonal, leicht)
  • Laktoseintoleranz
  • Neurodermitis an den Händen (seit 2006, leicht, saisonal im Winter)
  • gelegentliche Bronchitis bei Erkältungen

Die Beschwerden sind:

  • gut kontrolliert
  • leicht ausgeprägt
  • ohne berufliche Einschränkungen
  • ohne stationäre Behandlungen
  • ohne systemische Therapien

Ein Allergietest (Pricktest) bestätigte saisonale Allergien. Die Behandlung erfolgt lediglich mit einem leichten Präparat (Lovano Pro).

Hausärztliche Befunde

Der Hausarzt bestätigte:

  • leichte Hyperlipoproteinämie (ohne Therapiebedarf)
  • einmalig leicht erniedrigtes IgG (klinisch irrelevant)
  • einmalig leicht erhöhte Eosinophile (ohne Krankheitswert)
  • unauffällige kardiologische Untersuchung (EKG, Echo, Blutdruck)
  • insgesamt: gesund, keine chronischen Erkrankungen

Damit liegen zwar mehrere kleinere Befunde vor, aber keine schwerwiegenden Erkrankungen.

Exkurs:
Warum psychische Erkrankungen & Allergien für Versicherer relevant sind

Versicherer bewerten Risiken statistisch. Bei psychischen Erkrankungen achten sie vor allem darauf, ob die Beschwerden vollständig abgeklungen sind, wie lange die Therapie zurückliegt und ob eine stabile Lebenssituation besteht. Eine abgeschlossene Behandlung mit anhaltender Beschwerdefreiheit – wie bei Herrn Sch. – verbessert die Annahmechancen deutlich.

Auch Allergien und leichte Hauterkrankungen spielen in der Risikoprüfung eine Rolle, vor allem wenn sie regelmäßig auftreten oder zu Einschränkungen führen. Bei milden, gut kontrollierten Beschwerden ohne schwerwiegende Auswirkungen, beispielhaft asthmatische Beschwerden – wie in diesem Fall – ist eine normalen Annahme, also ohne Risikozuschlag jedoch meist möglich.

Abschluss der Risikolebensversicherung – dank professioneller Beratung

Wie bei allen komplexen Fällen wurde eine anonymisierte Risikovoranfrage durchgeführt. Die Rückmeldungen der Versicherer:

  • eine Annahme mit geringem Zuschlag
  • eine Normalannahme

Die Normalannahme erfolgte durch einen Versicherer mit Niederlassung in Düsseldorf. Aufgrund der hohen Versicherungssumme war eine ärztliche Untersuchung notwendig, die den Gesundheitszustand bestätigte.

Damit konnte die gewünschte Absicherung vollständig umgesetzt werden.

Hauptvertrag – Kanzleikauf

  • Versicherungssumme: 1.600.000 €
  • Laufzeit: 21 Jahre
  • Beitrag: 68,72 € pro Monat

Zusatzvertrag – zukünftiger Kanzleikauf

  • Versicherungssumme: 600.000 €
  • Laufzeit: 16 Jahre
  • Beitrag: 19,80 € pro Monat

Beide Verträge wurden beim gleichen Versicherer abgeschlossen.

Kontaktieren Sie mich gern:

Langjährige Erfahrung für Ihre Absicherung
Wir finden Lösungen auch bei Vorerkrankungen

In unserer langjährigen Tätigkeit als spezialisierte Versicherungsmakler haben wir bereits viele Mandanten mit den unterschiedlichsten Vorerkrankungen betreut. Unser Vorgehen bei der Vermittlung einer Risikolebensversicherung ist darauf spezialisiert, eine Antragsablehnung und damit eine Eintragung in die Sonderwagsniskartei der Lebensversicherer zu vermeiden.