Risikolebensversicherung
Abschluss trotz gefährlicher Hobbys – Kampfsport

Hobbys und Sportarten im Kampfsport können ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich bringen und werden daher beim Antrag auf eine Risikolebensversicherung abgefragt. Die Versicherer prüfen genau, wie sich ein Hobby oder eine Sportart auf die Lebenserwartung des Versicherungsinteressenten auswirken kann und entscheiden in jedem Fall individuell, ob sie Versicherungsschutz gewähren und ob ein Risikozuschlag auf den Normaltarif berechnet wird. Wird das Risiko als sehr hoch eingeschätzt, kann es sogar zu einer Antragsablehnung kommen.

Kampfsport als Risikofaktor

Viele Kampfsportarten werden von den Versicherungsunternehmen als Normalannahme versichert – vorausgesetzt, es handelt sich um Amateursport. Als Faustregel gilt: Werden Wettbewerbe bestritten, kann es zu Risikozuschlägen kommen. Die Versicherer prüfen jeden Fall genau und entscheiden individuell, ob Zuschläge berechnet werden oder sogar eine Antragsablehnung stattfindet.

Versicherer möchten zusätzlich wissen, seit wann die Kampfsportart ausgeübt wird, wie häufig trainiert wird (1–3× pro Woche, 4× oder häufiger) und ob der Sportler als Trainer oder Ausbilder tätig ist. Auch frühere Kampfsportarten werden abgefragt, da sie Rückschlüsse auf das Verletzungsrisiko zulassen.

In der Regel stellen Boxen oder Thai-Boxen als Amateursport oder Hobby für die Risikolebensversicherer keine erhöhte Gefahr dar. Werden jedoch Wettbewerbe bestritten, können eine Versicherungsunternehmen Risikozuschläge von bis zu 2‰ berechnen.

Der Fragebogen der Versicherer unterscheidet klar zwischen Non‑Kontakt, Leichtkontakt, Semikontakt und Vollkontakt. Vollkontaktkämpfe führen fast immer zu einer intensiveren Risikoprüfung.

In den meisten Fällen wird das Catchen als gefährlich eingestuft und führt zu Risikozuschlägen von etwa 2‰.

Versicherer möchten außerdem wissen, ob der Sportler als Amateur oder Profi aktiv ist und ob Auftritte im Rahmen von Shows oder Turnieren stattfinden.

In der Regel führt das Praktizieren von Jeet Kune Do nicht zu Zuschlägen auf eine Risikolebensversicherung. Die Teilnahme an Wettkämpfen mit Vollkontakt kann aber von einigen Versicherern als risikoreich bewertet werden und zu Risikozuschlägen von 1‰ führen.

Auch hier wird abgefragt, ob Sicherheitsausrüstung wie Kopfschutz, Mundschutz oder Tiefschutz verwendet wird.

Die gängigen Kampfsportarten Jiu-Jitso und Judo werden von den meisten Versicherern in einer Risikolebensversicherung ohne Zuschlag mitversichert.

Der Fragebogen erfasst jedoch, ob an Meisterschaften teilgenommen wird und wie viele Wettkämpfe pro Jahr bestritten werden.

Auch beim Karate kommt es darauf an, ob und wenn ja, was für Wettkämpfe mit dieser Sportart bestritten werden. Hier lohnt sich eine Risikovoranfrage besonders, um die Konditionen der Versicherer unverbindlich anzufragen.

Versicherer unterscheiden zwischen Katas (Formenwettkämpfen) und Kontaktkämpfen. Letztere führen häufiger zu Zuschlägen.

Kickboxen wird meist mit einem Risikozuschlag von 2‰ versichert, wenn damit an Wettkämpfen mit vollem Körperkontakt teilgenommen wird. Ein ähnlicher Zuschlag wird in der Regel bei der Ausübung von MMA mit Wettbewerbsteilnahme sowie beim Combat Sambo berechnet.

Fragebögen der Versicherer zeigen, dass Vollkontaktkämpfe die höchste Risikostufe darstellen. Versicherer fragen zusätzlich nach der Anzahl der Wettkämpfe der letzten drei Jahre.

Kung Fu wird ähnlich bewertet wie Kickboxen und führt bei Wettbewerbsteilnahme mit vollem Körperkontakt bei den meisten Versicherern zu einem Zuschlag von 1‰.

Taekwando wird von vielen Versicherern auch mit Wettkämpfen normal versichert.

Versicherer möchten jedoch wissen, ob es sich um Leichtkontakt‑ oder Vollkontakt‑Wettkämpfe handelt.

Das Kämpfen im Free Fight ist von den meisten Versicherern mit einer Ausschlussklausel versehen und führt zur Antragsablehnung.

Was Versicherer konkret wissen wollen – zusammengefasst

1. Welche Kampfsportarten ausgeübt werden

  • Boxen
  • Kickboxen
  • MMA
  • Judo / Jiu‑Jitsu
  • Karate
  • Taekwondo
  • Kung Fu
  • Wrestling
  • Sambo
  • u. v. m.

2. Sportlerstatus

  • Freizeitsportler
  • Amateur
  • nebenberuflicher Trainer
  • hauptberuflicher Trainer
  • Berufssportler / Profi

3. Wettkampfform

  • Non‑Kontakt
  • Formenwettkämpfe / Katas
  • Leichtkontakt
  • Semikontakt
  • Vollkontakt

4. Wettkampfhäufigkeit

  • Anzahl der Wettkämpfe dieses Jahres
  • Anzahl der Wettkämpfe der letzten zwei Jahre

5. Trainingshäufigkeit

  • 4× pro Woche oder häufiger
  • 1–3× pro Woche
  • seltener als 1× pro Woche

6. Sicherheitsausrüstung

  • Kopfschutz
  • Mundschutz
  • Tiefschutz
  • Schienbeinschutz
  • Handschutz
  • Fußschutz

7. Besondere Risikofaktoren

  • Fechten in schlagender Verbindung
  • frühere Kampfsportarten
  • Vollkontakt‑Wettkämpfe

Diese Angaben entscheiden darüber, ob ein Antrag angenommen, mit Zuschlag versehen oder abgelehnt wird.

Risikovoranfrage bei einer Risikolebensversicherung

Um in Ihrem individuellen Fall die Risikolebensversicherung zu den besten Konditionen abzuschließen, lohnt es sich, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Die anonymisierte Risikovoranfrage kann dabei helfen, indem wir mit diesem Mittel mehrere Versicherer gleichzeitig anfragen. Dabei anonymisieren wir Ihre Daten, sodass es auch bei einer Antragsablehnung nicht zu einem Vermerk in der Sonderwagniskartei kommen kann. Dieser kostenlose Service verschafft Ihnen einen unverbindlichen Überblick über die Angebote und Konditionen der Versicherer, zwischen denen Sie die passende auswählen können.

Sonderaktionen für den Abschluss einer Risikolebensversicherung

Einige Versicherungsunternehmen bieten spezialisierte Lösungen für den Abschluss einer Risikolebensversicherung an. Diese Sonderaktionen reduzieren die Anzahl oder Art der Fragen, die bei der Antragsstellung beantwortet werden müssen, sodass mitunter ganz auf Fragen zu gefährlichen Hobbys verzichtet wird. Ob eine Sonderaktion in Ihrem Fall in Frage kommt, prüfen wir immer genau.

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FAQ:
Häufig gestellte Fragen & Antworten zur Risikolebensversicherung und dem Hobby Kampfsport

Eine Nachmeldung ist nicht erforderlich.

Es wird in den Antragsfragen nach gefährlichen Hobbys gefragt und daher ist es anzugeben. Sollte es beruflich betrieben werden, ist schon mit der Angabe der beruflichen Tätigkeit zu berücksichtigen.

Es gibt keine speziellen Tarife. Die Versicherer prüfen, ob Sie einen Risikozuschlag auf den Normaltarif haben wollen oder eventuell keinen Versicherungsschutz anbieten wollen.

Disziplinen mit direktem Vollkontakt (z. B. Boxen, MMA, Kickboxen) werden in der Regel als risikoreicher eingestuft als Kampfkünste ohne Vollkontakt (z. B. Judo, Aikido, Karate-Kata).