Welche Gesundheitsfragen sind für die Risikolebensversicherung relevant?

Bei Abschluss einer Risikolebensversicherung ist seit 2010 kein Angebot mehr auf dem Markt, das auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet. Mit dieser Prüfung wird ermittelt, ob eine Person überhaupt eine Risikolebensversicherung erhält und wie hoch die zu zahlenden Beiträge ausfallen. Die Fragen beziehen sich auf Erkrankungen und Lebensweise des Antragstellers.

Kein einheitlicher Fragenkatalog

Es existiert kein einheitlicher Fragenkatalog, weshalb die Gesundheitsprüfung je nach Versicherer variieren kann. Ab einer Versicherungssumme von 250.000 Euro ist zusätzlich zu den Gesundheitsfragen noch eine ärztliche Untersuchung erforderlich.

Die Gesundheitsfragen für eine Risikolebensversicherung decken meist folgende Bereiche ab:

  • Körpergröße/-gewicht
  • Erkrankungen bezüglich
    • Herz-Kreislauf
    • Magen, Darm, Leber oder Galle
    • Blase und Nieren
    • Stoffwechsel und Hormone
    • Bewegungsapparat
    • Gehirn- und Nervensystem
    • Psyche
    • Sinnesorgane
  • Infektionen
  • Tumore
  • Medikamenteneinnahme
  • Allergien
  • Unfälle und Krankenhausaufenthalte
  • Rauschmitteleinnahme
  • riskante Hobbys und Berufe

Angaben, die in der Regel gemacht werden müssen

Angaben zu HIV oder Krebs müssen immer gemacht werden, während bereits durchgeführte prädiktive Gentests erst ab einer Versicherungssumme von 250.000 bis 300.000 Euro anzugeben sind. Meist ist der Zeitraum, in denen Erkrankungen und ärztliche Behandlungen angegeben werden müssen, auf 5 bis 10 Jahre beschränkt. Zudem sind auch der Hausarzt und andere behandelnden Ärzte zu nennen.

Bein Falschangaben droht der Verlust des Versicherungsschutzes

Wer die Angaben nicht vollständig liefert oder sogar verfälscht, um Risikozuschläge zu vermeiden, riskiert den Verlust des Versicherungsschutzes. In diesem Fall würden die Angehörigen nach dem Tod des Versicherten keine Leistungen erhalten, obwohl jahrelang Beiträge gezahlt wurden.

Hinweis
Versicherer können Kunden mit hohem Risiko an das Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft übermitteln. Dort werden extraordinäre Schadenshäufigkeiten, starke Risiken oder sonstige Besonderheiten im Schadenfall gespeichert. Privatpersonen können sich einmal jährlich postalisch bei der informa HIS GmbH erkundigen, ob ein Eintrag über sie vorliegt.