Risikolebensversicherung abschließen trotz Tuberkulose – ein Praxisbeispiel

Eine Risikolebensversicherung dient der finanziellen Absicherung der Hinterbliebenen, falls der Versicherungsnehmer stirbt. Besonders wenn dieser maßgeblich zum Familienunterhalt beiträgt und die Angehörigen auf dessen Einkommen angewiesen sind, ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung ratsam. Mithilfe der Versicherung können mittelfristig laufende Kosten gedeckt werden, so zum Beispiel Kreditraten oder Ausbildungskosten für die Kinder. Im Todesfall des Versicherungsnehmers ist die Familie folglich ausreichend finanziell abgesichert.

Risikolebensversicherung und Tuberkulose

Tuberkulose (kurz: TBC oder TB) ist eine durch Mykobakterien verursachte, chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die mit fünf Krankheitsfällen pro 100.000 Einwohnern in Deutschland nur noch äußerst selten vorkommt. Die früher auch als Schwindsucht bekannte Krankheit betrifft heutzutage in erster Linie die Lungen, während früher auch die Varianten Darm- oder Knochentuberkulose vorkamen. Gerade weil die Krankheit hierzulande so selten ist, wird sie häufig erst spät erkannt und die Symptome Husten, Fieber und Nachtschweiß häufig mit anderen Krankheiten verwechselt. Tuberkulose kann inzwischen allerdings mit Antibiotika in der Regel gut behandelt werden.

Wer zuvor an Tuberkulose erkrankt war und jetzt im Begriff ist, eine Risikolebensversicherung abzuschließen, darf diese Vorerkrankung bei der Antragstellung nicht verschweigen. Im Rahmen der Gesundheitsprüfung müssen auf jeden Fall wahrheitsgemäße Aussagen gemacht werden. Ansonsten läuft man Gefahr, dass der Risikolebensversicherer im Versicherungsfall nicht leistet, die Hinterbliebenen also keine finanzielle Unterstützung bekommen, falls der Versicherungsnehmer stirbt.

Die Gesundheitsprüfung ist notwendig, um das Risiko des zu Versichernden realistisch einschätzen zu können. Dabei gilt: Je höher das Gesundheitsrisiko, desto höher auch der Versicherungsbeitrag und/oder der Risikozuschlag. Sollte das Gesundheitsrisiko zu hoch sein, kann der Versicherungsantrag auch abgelehnt werden. Eine frühzeitig erkannte und erfolgreich behandelte Tuberkulose-Erkrankung zieht meist aber keine größeren Probleme beim Abschluss einer Risikolebensversicherung nach sich.

Nachfolgend möchten wir Ihnen an einem Fallbeispiel aus unserer täglichen Praxis demonstrieren, wie wir einer Mandantin trotz ihrer Tuberkulose-Vorerkrankung zum erfolgreichen Abschluss einer Risikolebensversicherung verholfen haben.

Tuberkulose bei einer 25-jährigen Ingenieurin

Frau N. ist gerade mit dem Studium fertig geworden und hat große Pläne: In ein paar Monaten wollen sie und ihr langjähriger Lebenspartner heiraten. Sobald sie zwei, drei Jahre als Angestellte Erfahrung in ihrem Berufsfeld gesammelt hat, kann sie sich gut vorstellen, sich als Ingenieurin selbstständig zu machen. Auch mit Kindern wollen Frau N. und ihr Partner nicht mehr allzu lange warten. Zur Absicherung ihrer zukünftigen Familie möchte Frau N. gerne vorsorgen und informiert sich über eine Risikolebensversicherung. Diese hätte den Vorteil, dass ihr Partner bei allen künftigen Kreditaufnahmen abgesichert wäre, falls sie plötzlich versterben sollte. Auch N.s Partner möchte eine Risikolebensversicherung abschließen, damit beide gleichermaßen abgesichert sind.

Bei Recherchen im Internet findet N. heraus, dass ihre Tuberkulose-Vorerkrankung ein Hindernis für den Versicherungsabschluss darstellen könnte. Nach einer Reise nach Indien vor zwei Jahren hat sich bei der damals 23-jährigen ein starker Husten und Fieber entwickelt, mit denen sie monatelang zu kämpfen hatte. Mehrere Ärzte hatte sie damals aufgesucht, bis schließlich Tuberkulose diagnostiziert wurde. Glücklicherweise kann die Krankheit mithilfe von Antibiotika gut behandelt werden, sodass die vollständige Ausheilung sehr wahrscheinlich ist.

Ursachen und Symptome von Tuberkulose

Verantwortlich für die Übertragung der Krankheit ist das Bakterium Mycobacterium tuberculosis, das per Tröpfcheninfektion, also etwa beim Husten, weitergegeben wird. Häufig kommt es dabei gar nicht zum Ausbruch der Krankheit, sondern die Infektion wird nur versteckt (latent) getragen. Vor allem bei untergewichtigen, körperlich geschwächten oder chronisch kranken Menschen ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit ausbricht, aber sehr hoch.

Folgende Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Tuberkulose-Erkrankung:

  • HIV-Infektion
  • Aufenthalt in Tuberkulose-Risikogebieten
  • Drogenabhängigkeit
  • Alkoholismus
  • Obdachlosigkeit
  • Diabetes mellitus
  • Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten

Symptomatisch für die Krankheit sind vor allem:

  • Husten
  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Grünlicher oder blutiger Auswurf

Professionelle Hilfe beim Abschluss einer Risikolebensversicherung

Frau N. wollte ihre Erkrankung einem zukünftigen Versicherer auf keinen Fall verschweigen. Sie hatte gelesen, dass es sonst sogar zu einer völligen Zahlungsverweigerung seitens der Versicherung im Falle ihres Todes kommen kann. Um sich richtig beraten zu lassen und Hilfe beim Abschluss der Versicherung zu erhalten, hat sich Frau N. an uns als unabhängige Versicherungsmakler und Spezialisten für Härtefälle gewandt.

Wir sind auf Härtefälle spezialisiert

In unserer langjährigen Tätigkeit als unabhängige Versicherungsmakler haben wir bereits viele Mandanten mit den unterschiedlichsten Vorerkrankungen betreut. Unser Vorgehen bei der Vermittlung einer Risikolebensversicherung ist deshalb darauf spezialisiert, eine Antragsablehnung und damit eine Eintragung in die Sonderwagsniskartei der Risikolebensversicherer zu vermeiden.

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Anonymisierte Ausschreibung verhindert Antragsablehnung

Nachdem wir gemeinsam mit Frau N. alle Informationen zusammengetragen haben, welche für die Antragstellung benötigt wurden, haben wir Frau N. eine Ausschreibung empfohlen. Dabei schreiben wir alle Risikolebensversicherer unverbindlich an und fragen, ob sie bereit wären, unseren – anonymisierten – Mandanten zu versichern. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass der Antrag nicht abgelehnt werden kann und folglich auch ein Eintrag in die Sonderwagniskartei der Versicherer, in welcher Härtefälle registriert sind, nicht zu befürchten ist.

Einschätzung des Gesundheitsrisikos seitens des Versicherers

Für die Einschätzung des gesundheitlichen Risikos haben wir Frau N. gebeten, neben allgemeinen Angaben zur Person auch detaillierte Angaben zur ihrer Tuberkulose-Vorerkrankung zu machen, inklusive fachärztlicher Befunde und Verlaufskontrollen. Denn schließlich macht es für den Versicherer einen Unterschied, ob die Tuberkulose gut behandelt werden konnte oder die Behandlung zum Beispiel durch multiresistente Keime erschwert wurde. Nach dieser Risikoprüfung kann der Versicherer einschätzen, ob, und falls ja, zu welchen Konditionen er unserer Mandantin ein Angebot unterbreiten kann.

Per Vergleich bestes Angebot in Preis und Leistung ermitteln

Wie erwartet war die Resonanz auf unsere Ausschreibung sehr gut. Von fast allen angefragten Versicherungsunternehmen sind Angebote innerhalb der nächsten Wochen bei uns eingegangen. Unter Berücksichtigung der individuellen Situation unserer Mandantin haben wir diese konkreten Angebote Punkt für Punkt verglichen. Nach eingehender Beratung hat sich Frau N. schließlich für das Angebot entschieden, welches die besten Konditionen bot und dabei auch preislich überzeugt hat.