Privathaftpflichtversicherung: 12 Gründe, warum die Versicherung zum Standard gehören sollte

Die Privathaftpflicht zählt zu den wichtigsten Versicherungen im privaten Bereich und sollte Standard sein. (Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de)

Die Privathaftpflicht zählt zu den wichtigsten Versicherungen im privaten Bereich und sollte Standard sein. (Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de)

Die Privathaftpflichtversicherung zählt zu den Basics der Versicherungen. Umso bedenklicher ist es, dass jeder 3. Haushalt keine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Während bei anderen Versicherungsformen definitiv Bedarf und Nutzen abgewogen werden sollten, steht bei Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung maximal die Frage nach dem Versicherer zur Debatte.

Allein aus rechtlicher Sicht ist eine solche Versicherung notwendig: Nach dem BGB muss für vorsätzlich oder fahrlässig erzeugten Schaden gehaftet werden, und das mit dem gesamten Vermögen. Daneben gibt es aber noch zahlreiche andere Gründe, warum auf eine Privathaftpflichtversicherung nicht verzichtet werden sollte.

1. Kleine Unfälle können schwerwiegende Folgen haben

Bereits ein Fahrradunfall kann den Verursacher in große finanzielle Not bringen. Möglicherweise handelt es sich bei der geschädigten Person um einen Auszubildenden, der durch den Unfall so stark verletzt wurde, dass Pflege notwendig ist. Die Pflegekosten wird die Berufsgenossenschaft vom Verursacher zurückfordern.

2. Im Ausland abgesichert

Besonders reisefreudigen Personen ist eine Privathaftpflichtversicherung anzuraten. Allerdings ist zu beachten, dass zwischen europäischem und nicht-europäischem Ausland unterschieden wird: Für Letzteres wird die Zeit des Versicherungsschutzes meist auf 1 bis  Jahre reduziert. Auch die Deckungssumme kann je nach Region niedriger ausfallen.

3. Abwehr ungerechtfertigte Schadenersatzansprüche

Wer eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen hat, genießt den Vorteil, dass im Falle eines unberechtigten Schadenersatzanspruchs der Versicherer die Fäden in die Hand nimmt. Er prüft die Haftpflichtfrage und wehrt ungerechtfertigte Ansprüche ab. Darüber hinaus besitzt er die Bevollmächtigung zur Prozessführung und bietet dem Versicherten dadurch einen passiven Rechtsschutz.

4. Versicherung aller Familienmitglieder

Abhängig von Versicherer und Tarif lassen sich alle im Haushalt lebenden Personen mitversichern. Darüber hinaus können Kinder teilweise auch dann noch von der Versicherung profitieren, wenn sie bereits von zu Hause ausgezogen sind. Doch auch für alleinstehende Personen gibt es eine passende Lösung, indem sie einen niedrigeren Betrag zu zahlen haben.

5. Forderungsausfalldeckung

Im schlimmsten Fall besitzt der Verursacher des Schadens keine Haftpflichtversicherung und ist auch finanziell nicht in der Lage, für die Kosten aufzukommen. Hier kommt die Forderungsausfalldeckung der Privathaftpflichtversicherung des Geschädigten ins Spiel: Der Versicherer trägt die Kosten, und der Status des Geschädigten wird auf ihn übertragen.

6. Luftfahrzeuge können abgesichert werden

In vielen Haushalten lassen sich kleine Luftfahrzeuge mit Fernsteuerung vorfinden, die besonders von Kindern gern genutzt werden. Doch auch diese Geräte sind versicherungspflichtig. Einige Privathaftpflichtversicherungen decken die Spielzeuge ab, allerdings gibt es oftmals Beschränkungen bezüglich Gewicht oder Antriebsart.

7. Gefälligkeitshandlungen

Wer bei einer Gefälligkeitshandlung – beispielsweise bei der Umzugshilfe – einen Schaden verursacht, hat den Vorteil der Haftungsbeschränkung. Nichtsdestotrotz bieten viele Versicherer auch bei Gefälligkeitsschäden einen Versicherungsschutz, allerdings ist die Summe meist gering und eine Selbstbeteiligung keine Seltenheit.

8. Ehrenamt

In vielen Fällen kümmert sich der Verein um die Versicherung der Ehrenamtlichen. Dies ist jedoch nicht immer gegeben. Dementsprechend ist es ratsam, eine Privathaftpflichtversicherung abzuschließen, die auch die Schäden durch einen Dienst oder ein Amt abdeckt.

9. Versicherung deliktunfähiger Personen

Kinder sind bis zum 7. Lebensjahr deliktunfähig, demnach kommt die Haftpflichtversicherung der Eltern nicht für den verursachten Schaden auf. Lediglich ein Verfahren aufgrund einer Aufsichtspflichtverletzung wäre in diesem Fall möglich. In vielen Tarifen sind inzwischen deliktunfähige Personen wie zum Beispiel Kinder und Demenzkranke im Schutz inbegriffen, allerdings können Limits oder eine Selbstbeteiligung gefordert werden.

10. Mietsachschäden

Verursacht der Mieter vorsätzlich oder fahrlässig einen Schaden in der gemieteten Wohnung, muss er für diesen aufkommen. In der Privathaftpflichtversicherung ist eine Absicherung solcher Mietsachschäden meist immer enthalten. Selbst die Schäden an Hotels oder Ferienwohnungen sind durch die Haftpflicht abgesichert.

11. Verlust von Schlüsseln

Wenn Firmenschlüssel verlorengehen, hat dies oftmals hohe Kosten zur Folge, da für gewöhnlich die gesamte Schließanlage ausgetauscht werden muss. Sofern der Schlüssel ordnungsgemäß aufbewahrt wurde, greift hier der Schutz der Privathaftpflichtversicherung, und auch der Verlust von Generalschlüsseln oder Code-Cards wird dadurch abgesichert. Darüber hinaus ist zu beachten, dass der Arbeitnehmer nicht immer für den Schlüsselverlust haftbar gemacht werden kann und demnach eine Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche erfolgt.

12. Elektronischer Datenaustausch

Besonders im Umgang mit Computern und Internet sind sich viele Personen möglicher Schäden noch immer nicht bewusst. Bereits durch virenbehaftete Mails oder Wechseldatenträger kann es zu enormen technischen Problemen kommen, die besonders im beruflichen Bereich schwerwiegende Folgen haben. Auch hier kommt die Privathaftpflichtversicherung für den Schaden auf.