Deutsches Institut für Altersvorsorge stellt einen Lebenserwartungs-Rechner bereit

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) stellt einen Rechner zur Verfügung, der mit Hilfe von festen Parametern (Geburtsjahr und Geschlecht) sowie sechs weiteren Parametern, welche die Lebenssituation abbildenden, ermittelt, wie hoch voraussichtlich die Lebenserwartung ist.

Bewusstsein für die Lebensdauer soll geschärft werden

Laut DIA-Sprecher Klaus Morgenstern soll der Rechner das Bewusstsein für die Lebensdauer fördern und zeigen, dass diese von verschiedenen Faktoren abhängt. Weiter sagt er:

Zitat
„Wir möchten Menschen anregen, sich mit dem Thema Lebenserwartung zu beschäftigen. Zwar wird inzwischen viel über den demografischen Wandel gesprochen und geschrieben, aber für die eigene Lebensplanung bleiben diese Informationen in der Regel zu abstrakt.“

Die variablen Faktoren und ihr Einfluss auf die Lebenserwartung

Die bereits angesprochenen sechs variablen Faktoren, die die Lebenssituation darstellen, belaufen sich auf Fragen nach Rauchgewohnheiten, Gewicht (BMI), Sport, Stress, der Lebenssituation und Alkohol.

Wer sich ein wenig mit diesen Parametern beschäftigt, bemerkt schnell, dass Rauchen ein sonst gesund geführtes Leben um gut zehn Jahre verkürzen kann. Auch Dauerstress wirkt sich negativ aus und kostet statistisch gesehen gut zwei Jahre.

Gemäß dem Lebenserwartungsrechner stellen also Nichtrauchen, aktives Sporttreiben, ein stressfreies Leben sowie eine feste Partnerschaft oder Ehe mit Kindern die idealen Voraussetzungen für ein langes Leben dar, auch wenn man hin und wieder ein Glas Alkohol trinkt oder ein wenig mehr auf die Waage bringt.

Welche Faktoren der Rechner nicht berücksichtigt

Dennoch deckt der Rechner andere lebensnahe Faktoren wie (Aus-)Bildung, Gehalt, Wohnort und genetische Veranlagungen nicht ab. Auch werden keine äußeren Einflüsse wie Kriegsjahre oder Umweltgifte erfragt.

Trotz dieses Verbesserungsbedarfes steht der Rechner auf soliden Füßen, nicht zuletzt weil ihm ausgesuchte wissenschaftliche Untersuchungen zugrunde liegen.

Beispiel
Die Geburtsjahrgänge von 1954 bis 1964 können im Idealfall ein Alter von 93 Jahren erreichen; jüngere Menschen können hier noch ein bis zwei Jahre hinzuaddieren. Selbst diejenigen, die eher wenig sportlich aktiv sind, zwei Gläser Alkohol pro Tag konsumieren und gelegentlichen Stress ausgesetzt sind, erreichen durchschnittlich ein Alter von knapp 86 Jahren.

Frühzeitig für die Rentenzeit finanziell vorsorgen

Mit steigender Lebenserwartung wird auch die Spanne zwischen Renteneintritt und Tod länger. In diesem Zeitraum ist die gesetzliche Rente im Normalfall das einzige regelmäßige Einkommen.

Doch schon heute sorgen sich viele Rentner, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Um diese Ungewissheit abzuwenden, ist eine private Altersvorsorge empfehlenswert. Speziell lässt sich beispielsweise über eine Lebensversicherung, eine private Rentenversicherung oder eine Riester-Rente nachdenken.